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Am Sonntage SepLuageslma. 31

Weinstock, und seine Jünger und die übrigen Ver­ehrer nennt er die Reben. Die Arbeiter iu dem Weinberge waren also vorerst Christus, und dann seine Gehülfen die Apostel, denen er das rühmliche Geschäft auftrug, mit ihm zu ziehen, und seine Lehren weiter auszubreiten. Seht, die Apostel kom­men nicht auf ein Mahl zu gleicher Zeit zu ihm, sondern nur nach und nach schloßen sie sich erst an ihn an, der eine früher, der andere spater; so wa­ren Petrus und Andreas früher berufen und ihm gefolgt, als die Söhne Zebedai. Nun hatte un­ter den Aposteln leicht ein Rangstreit entstehen kön­nen; der eine, der früher bey Jesus war, und ihm half, hatte vielleicht besser seyn wollen, als der, so später zu ihm gekommen war. Der eine hatte sich vielleicht mehr herausnehmen können, als die an­dern, der eine hätte Anspruch auf größere Beloh­nung machen können, als der andere; und das soll­ten sie doch nicht. Um ihnen das recht deutlich zu verstehen zu geben, so erzählt er ihnen die Parabel, und daraus mußten sie für sich diese Lehre ziehen: Wir sind alle einander gleich, einer von uns ist so gut, wie verändere, keiner ist berechtiget, mehr zu fordern, als der andere; wir müssen uns einander gleich halten, wir dürfen uns einander nicht benei­den; jeder von uns muß mit dem Lohne vo^lieb neh­men, den wir von Gott erhalten werden.

Dann gehet dieses Glcichniß auch mit auf die übrigen Verehrer und Anhänger Jesu. Ihr wisset es, die Juden wurden ehe mit Jesu bekannt, als ' die Heiden, und die Juden hatten es nur zu sehr in Gewohnheit, sich besser zu dünken, als dir Heiden. Vielleicht eben auch darum, weil Jesus eher zu ihnen gekommen war, als zu den Heiden, und daS