— 55
^"nichts mit sich, als die Erinnerung an diesen Tag.und den Groll, tr den sie tief in der Brust verschloß, ihre Lippe war stumm, die Heiterkeit des Kindes, das frohe, harmlose Lächeln war aus ihren ^ j Zügen verschwunden. —
.& .
■j»
Historischer Neberblick der Jeil.
Es war ein Name von stolzem Klang, den Calenus Achilles late den des Vaters seines Gefangenen genannt, ein Name, der jkgjT'fcte Welt mit seinem Ruhme erfüllt. Cnejus ^Pompejus, ein außerordentlich begabter, aristokratisch denkender Römer, Hatte sich 7 rj? schon als Jüngling einem Namen gemacht. In den blutigen ) Bürgerkriegen der römischen Republik erklärte er sich für Sulla, dessen Gewaltherrschaft die demokratische Republik in eine aristo- kratische umgewandelt, und ward von diesem, obwohl er erst ;Vi:5 | 24 Jahre zählte, dazu verwandt, der Partei des berühmten Ple- ^bejers Marius, des ersten Feldherrn Roms und Todfeindes von Sulla, in Afrika die Spitze zu bieten. Er schlug die Marianer .- binnen vierzig Tagen, und dieser beispiellose Erfolg machte Sulla , neidisch, so daß er ihn zurückberief . und ihm das Recht des ^ Siegers, beit Triumphzug, verweigerte. Sulla war Dictator und ein Despot, vor dem Rom zitterte, Pompejus erklärte ihm jedoch ^-mit seltenem Muthe, daß an seiner Einwilligung nichts gelegen fei, wenn das Volk ihm den Triumph gestatte, das Volk werde ^ dies aber auch gegen den Willen des Dictators thun, weil es in ^ der Majorität mehr die aufsteigende, als die niedersinkende Sonne anbete. Sulla, von der Wahrheit dieser Worte ebenso betroffen, y wie von der Kühnheit derselben überrascht und durch dieselbe ent- . waffnet, rief halb unmuthig, halb wohlwollend: „Nun, so mag Mer in der Götter Namen triumphiren!" und so erlebte Rom das E bis dahin unerhörte Schauspiel, daß ein fünfundzwanzigjähriger
pj

