285, Gesuche, Bittschriften- Vorstellungen und Klageschriften.
2) Ein vormaliger Militärarzt bittet den König um Erhöhung seiner Pension.
P. P.
Nach einer dreißigjährigen, als Militärarzt im zweiten Muskelierregimenle, tadellos vollbrachten Dienstzeit, durch Anstrengung in vielen schwierigen Verhältnissen körperlich entkräftet, ward ich vor sieben Jahren mit einer Pension von 300 Thalern in den Ruhestand versetzt.
Die unermüdete, treue Erfüllung meiner Pflichten ist Ew. Königlichen Majestät während meiner frühern achtzehnjährigen Dienstzeit, bei allerhöchst Ihrem Leibregiment in N., nicht unbemerkt geblidben, und dürste mir vielleicht noch jetzt eine huldreiche Rückerinnerung gewähren.
Der zur Militär-Wittwenkasse jährlich mit 66 Thalern zu eirtrichtende Beitrag, die auS meiner frühern Earriere her- rührenden, nothgedrungen gemachten und leider noch nicht gänzlich getilgten Schulden, und die fortwährende, für meine Verhältnisse zu bedeutende Unterstützung, welche mein bei dem siebenten Hufarenregimente als Unteröffieier bienender Sohn bedarf, vermindern mein Gnadengehalt so beträchtlich, daß ich, von allem eigenen Vermögen und von aller Unterstützung Seiteits meiner dürftigen Verwandten entblößt, den Mangel der dringendsten Bedürfnisse bei meinem stets leidenden, kranken Zustande nur in einem desto größeren Maaße empfinde.
In cer einzig mich belebenden Hoffnung, meine vielleicht noch wenigen Lebenslage nicht mit Kummer belastet zu enden, wage ich am Throne Ew. Königl. Majestät die ehrfurchtsvolle Bitte niederzulegen:
die mir ausgesetzte Pension, wenn auch nur um ein Geringes, allerhnldrcichst erhöhen lassen zu wollen.
Sehen Allerhöchstdicselben mit mildem Blick auch auf den Geringsten Ihrer Unterthanen herab, so darf an Hilfe nicht verzweifeln ein alter, treuer Diener, der auf dem Siechbelte schmachtet, und Linderung seiner Noch nur von der huldreichen Gnade Ew. Majestät hoffen kann.
Der ich in tiefster Unterwürfigkeit und in der Hoffnung allergnädigster Erhörung meiner Bitte ersterbe
Ew. Königlichen Majestät rc.
allerunterthänigfter N. N.

