bildeten, es müßte hinter jenen verbotenen Dingen doch etwas Gutes verborgen sein, was man nur aus Eigennutz nicht bekannt machen wolle, und doch nicht angreifen dürfe, weil man es nicht widerlegen könne."

Diesen Vorwurf wollten wir uns nicht gerne machen lassen, denn er deutet auf einen andern hin, den Gott der Herr beim Propheten Ezechiel in den Worten ausgesprochen: Wenn sich ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit wendet und Böses thut, so lege ich vor ihn etwas, worüber er fällt: er wird sterben, weil du's ihm nicht verkündet hast: . . . aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern." 3, 20. Welche irrigen Lehrsätze nun wieder von mir bekämpft, wel­che Thorheit gebrandmarkt und unschädlich gemacht werden solle, braucht nicht im Voraus bezeichnet zu werden; es ist nicht jederzeit räthlich, wohl auch mitunter dem Ansehen der Wissenschaft zuwider, sich mit einer oder der andern Wider­setzlichkeit oder eitlen Wortmacherei gegen Wahrheit und Recht einzulassen, wenn deren viele mit einem Schlage be­seitigt werden; würde am Ende sogar auch noch damit der Eitelkeit und Ehrsucht der Verfechter der Irrlehre ein Dienst erwiesen. Zweckmäßiger ist es, die Wahrheit wie einen Hel­len Spiegel hinzustellen und dann nicht bloß eine oder die andere Irrlehre, sondern mehrere zugleich, die mit einer und derselben Schwärze gefärbt sind oder gleiche Gesichts­züge haben, in ^enere vor selben vorbeiziehen lassen. Wer sodann die Wahrheit liebt, wird jeglichen Jrrthum fallen lassen und verabscheuen.

Inzwischen erstarken die Schwachen, welche ein glän­zendes Irrlicht aus angebornem Vorwitze und herrsch-nder Neigung zum Bösen gar oft mehr anspricht, als die alte und ernste Wahrheit, oder aber sie erfahren es, daß das wenige Wahre, das den Irrlehren beigemischt ist, gar nicht neu, das Neue der Irrlehre aber grundfalsch und verderb­lich sei. -