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Zein Gleichniß vom Unkraut unter dem Waizen legt der Herr selbst mit folgenden Worten aus: „Des Menscher: Sohn ist es, der den guten Samen säet. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit. Der Feind, der sie säet, ist der Teufel 2)." Dieß ist eine Auslegung nicht von unten, wie wir sie unternehmen müßten, sondern von oben, vom Standpunkte göttlicher Allwissenheit und ewiger Vollendung aus. Den guten Samen hatte der Herr im Gleichniß vom Säemann als „das Wort vom Reiche"0) erklärt, hier erklärt er ihn vom Standpunkte seiner Ausreifung und Vollendung als die „Kinder des Reichs". Die Welt, welche er unter dem Acker versteht, ist die natürliche, mit Sünden behaftete Menschenwelt; in sündige Menschenherzen und eine sündige Menschenwelt fällt das göttliche Wort. In Eins zusammengefaßt ist Christus selbst das Wort, das' in menschlicher Rede und Handlung, kurz in einem menschlichen Leben Fleisch geworden ist. Die Predigt von Christo, dem gekreuzigten Heilande, fällt in die menschliche Seele gar mannigfaltig, je nach Beschaffenheit der einen und andern. Das geheim-
2 ) Matth. 13, 37-39. 3 ) Matth. 13, 19.

