78 N»
aber bei Allen arbeitet der Geist der Gnaden unsichtbar an einer innern Umkehr und an dem Eintritt in die eröffnete Gemeinschaft mit Gott. Lange drückt, seitdem wir getauft sind, die schon vorhandene christliche Gemeinschaft auf unsere verkehrte äußere und auch innere Lebensrichtung, bis endlich der Boden unserer verderbten Natur eingedrückt wird und der Geist der Gnaden auf den Grund unseres Seelenlebens dringt und einen neuen Menschen erzeugt. Ist diese Wiedergeburt und Bekehrung, wenn auch nur in ihren ersten Anfängen, zu Stande gebracht, dann beschreibt Johannes unsere innere Verfassung mit folgenden Worten: „Wer aus Gott geboren ist, der thut nicht Sünde, denn sein Same bleibet bei ihm und kann nicht sündigen, denn er ist von Gott geboren ... Wer nicht recht thut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder lieb hat^)." Gemäß diesen Kennzeichen der Wiedergeburt ist nun aber ein Pfund in unsere Hand gegeben, womit wir in Kraft unserer Erneuerung und des dadurch für's Göttliche gelösten Willen's wuchern sollen, und die weitere Weisung lautet: „Jaget nach der Heiligung"; da, auf dem Grunde des göttlichen Heilswerkes, beginnt unser Heilsgeschäft.
*>) lIoh. 3, 9-10.

