Das Veilchen und das Maiglöckchen.
Zwei Blümchen duften zart und rein Vereint im Walde, ganz allein:
Ihr Loos ist die Verborgenheit,
Ihr Schmuck ein schlichtgewob'nes Kleid.
Das Erste ist ein Veilchen blau,
Weint Thränen still, im Morgenthau; Haucht süß gewürzten Balsam, mild,
Der reich aus seiner Blüte quillt.
Ein Maienglöckchen, silberweis Das Zweite; unter grünem Reis Verborgen, daß es Niemand sieht,
Wenn seine zarte Jugend blüht.
Einst flüstert sanft des Veilchens Duft Ter Schwester zu, durch Morgenluft, „Mein Kleid verwelkt, mein Duft verweht, Noch eh' der Tag zu Ende geht."
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