würde, davon war auch schon die Gräfin» an und für sich überzeugt; aber wie stark mußte nicht der Gedanke noch Mitwirken: dem bisher so glücklichen Lande einen guten Regenten zu ge­ben , denn jene zuerst in ihre Seele legte? Konnte man von Adolph wohl etwas Gutes er­warten, war es nicht vielmehr mir Gewißheit vorher zu bestimmen, daß er da, wo Sarhelms Hand aufbauete, vernichten, und da, wo dieser Segen stiftete, nichts als Unheil anrichten werde?

Menschenwohl zu befördern war ein Haupte zug ihre- vortrefflichrn Charakters, war eia im­merwährendes Streben, und wie viel hatte sie nicht schon dann dafür gethan, wenn sie es ver­hinderte, daß Adolph nicht der^Nachfolger ihres Gemahls werde? Auch liebte sie ihre Unter- khanen wie Brüder und Schwestern, hätte sie nicht alles aufwenden sollen, ihnen einen Regen­ten zu geben, der «erth war, Sarhelms Nach­folger zu feyn, und war ihre Hoffnung wohl ungerecht, einen solchen in dem.zu erwarten, den sie, ihr Vater und der Graf selbst bildeten ?

Wenn auch nie ein guter Zweck zweydeuttge Mittel entschuldigen könnte, so müßte doch ge­wiß hier die Ausnahme von dieser Regel gesucht werden; aber ich zweifle sogar, ob das einzige Mittel, das Emilie ergreifen konnte, zweydeutig genrnnt werden kann, wenigstens möchte ich mich