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Oer Rampf um einen Vettelhuben.
Vor uralter Zeit, als man noch keine stehenden Heere hatte, zogen die kriegerischen Bürger eines Städtchens in's Feld, um Ruhm, Beute u. s. w. zu ernten. Dieser Spaß kam ihnen aber gar theuer zu stehen, denn der Feind hauste so furchtbar unter ihnen, daß sie sämmtlich um's Leben kamen, mit Ausnahme eines Einzigen, der außerordentlich gut zu Fuße war, und welcher nebst seinem blutigen Kopfe auch die Nachricht von der Schlacht in seine Geburtsstadt brachte.
Weiber, Mädchen, ja die Kinder selbst, die zu Hause geblieben waren, erhoben nach erhaltener Kunde ein brüllendes Jammergeschrey, welches durch drey volle Wochen dauerte, und vielleicht noch länger angehalten hätte, wenn man sich nicht heiser geschrieen haben würde. Alle Geschäftslagen darnieder; die Mädchen ließen gar traurig ob der düstern Zukunft die Köpfe hängen, und die Frauen — jetzt plötzlich Witwen — die trieben es gar toll, denn manche, die mit ihrem Ehegespons so vertraglich wie Hund und-Katze mit den rosigen Banden der Ehe gespielt harte, declamirte nun nichts als vom Grabe, wo sie ihren verlorenen Gatten wieder finden würde.
Sv standen die Sachen, als die Frau Bürgermeiste- rinn auf den klugen Einfall kam, daß bey bewandten Umständen eine Mesalliance wohl verzeihlich wäre. Sie entdeckte ihre Gesinnungen einer verschwiegenen Freundin», diese wieder einer zweyten, und — kaum waren zwey Stunden verflossen, so wußten es alle heiraths-

