2i8 9. Absch. Cap. 21.

Denn seine Macht nnd Kraft gehet durch und über Himmel und Erden. Halleluja! M. M. c. 78, v. 9.

Der 9. Abschnitt.

Von dem Ende dieser Welt, und dem Jüngsten Gericht,».Auferstehung derToden und ewigenLeden.

Das 21. Capitel.

Die sehr schreckliche Porten der Gottlosen, und auch die freudenreiche Porten der Heiligen.

ÄV^Jr wissen (l)daß uns Christus gelehret hat, daß ein Gericht soll gehalten werden, nicht allein um der Strafe der Verächter GOttes, und um der Belohnung des Guten, sondern auch um der Creatur nnd Natur willen, daß sie der Eitelkeit eins los würde. Und wissen (2) daß das Wesen dieser Welt muß vergehen mit seiner Qual: Es müs­sen Sonne, Mond und Sternen, svwol die 4 Element« verge­hen in solcher Qual, und alles herwiederbracht werden; da dan das Leben wird durch den Tod grünen, und alles Wesens Figur vor GOtt ewig stehen, zu welchem Ende es je war ge­schaffen. Auch so wissen wir (3) daß unsere Seelen unsterb­lich sind, erboren aus dem ewigen Bande: so dann diese Welt vergehet, so vergehet auch ihr Wesen, was aus ihr er- doren ist, und bleibet doch die Tinctur im Geiste.

2. Darum O Mensch, bedenke dich alhie in dieser Welt, in welcher du in der Geburt stehest! du wirst gesäet ein kleines Körnlein,und wüchset aus dir ein Baum, so schaue doch nun,

in welchem Acker du stehest, daß du möchtest erfunden werden £ ein Holz zu dem grossen Gebäu GOtres in seiner Liebe, und nicht ein Holz zu einem Stege, da man mit Füssen aufgehet,/^ oder das übler ist, welches man zum Feuer brauchet, da nur^ * seine Asche bleibet, und eine Erde wird.

3. Es wird dir gesaget, daß dein Holz von deiner Seelen , wird brennen im letzten Feuer, und deine Seele eine Asche im Fener bleiben, und dein Leib ein schwarzer Ruß erscheinen r