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Zögling. Daß cs keine angeborne Kunst gebe, oder eine Kunst, die Jemand verstände, ohne sie erlernt zu haben.

Lehrer. Und daß die Uebung den Meister mache und der erste Versuch des Anfängers hinter der vollen­deten Arbeit des Meisters, hinter dem Meisterstück, weit zurück bleiben müsse.

Zögling. Es kann auch keine Kunst geben, die alle Menschen verstehen; weil das keine Kunst mehr ist, was jeder kann.

Lehrer. Wohl recht! Ganz anders aber verhält sich das alles bei den Thieren. Dem Thiere ist seine Fertigkeit, womit es Kunstwerke darzustellen scheint, an­geboren und es arbeitet gleichsam aus Auftrag der Na­tur, aus innerem,Drang und Triebe, eben so, wie es von Natur Nahrung sucht, wenn es Hunger fühlt. Es übt ferner seine Fertigkeit, ohne alle Uebcrlegung und ohne Nachdenken, nicht nud einmal wie das ande­re mal, sondern auch ohne sie im mindesten erlernt zu haben und ohne alle vorhergegangenen Versuche oder Vorübungen, Man nennt diesen inneren Drang der Thiere, vermöge dessen sie, ohne cs selbst zu wissen, künstliche Arbeiten verfertigen, Kunst trieb.

Zögling. Oder auch Instinkt.

Lehrer. Instinkt heißt überhaupt jeder Na­turtrieb oder jeder einem Thiere von der Natur einge­pflanzte innere Drang, wodurch dasselbe, ohne zu wissen warum, von selbst gewisse Handlungen unternimmt, die auf seine Erhaltung oder die Erhaltung seiner Jun­gen abzwecken.

Zögling. Wie die Vögel Nester bauen, che sie Eier legen, und wie im Herbste die Zugvögel, Schwal­ben, Kraniche, Störche, Wachteln, nach wärmeren Län­dern ziehen, um sich vor Kälte und Hunger zu schützen, als kännten sie nach der Landcharte die Gegenden, wo kein Winter ist.

Lehrer. Schön! kann mir noch Jemand ein sol­ches Beispiel nennen!

Zögling. Manche Thiere graben sich Höhlen, in die sie sich einen Vorrath von Nahrung sammeln, wenns auf den Winter losgeht.

Lehrer. Wie die Hamster und Murmelthierc; wo-