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Erstes Hauptstück.

geben sie nicht viel: 34 Maß täglich kommt nur von einer vorzüg­lichen Kuh. Die Milch enthält verhättnißmäßig wenig Fett, und der But­ter mangelt der aromatische Wohlgeschmack. Dagegen ist das Fleisch der ungarischen Ochsen sehr zart, es durchwächst sich leicht mit Fett und die Thiere eignen sich zur Halbmast vorzüglich.

Tie Behandlung der Thiere mag das Ihrige dazu beitragen. Im Februar schon müssen sie, falls es das Wetter zugibt, auf die Weide und dort werden sie täglich hingetrieben bis in den November. An Be­wegung fehlt es ihnen nicht; denn bei ungarischen Dörfern erstrecken sich die mageren Hutweiden meilenweit; am Mittag werden die Kühe an den Gemeindebrunnen getrieben. Neben der Weide gibt man ihnen Abends un Stalle grünes Futter, wie es die Jahreszeit mit sich bringt. Im Win­ter müssen sie größtentheils von trockenen Kukuruz- (Mais-) blättern leben, nebst einer Zugabe von Stroh. Nur bei besseren Landwirthen erhalten sie noch etwas Kartoffeln und Rüben. Die Thiere, welche sich 8 Monate im Jahre im Freien bewegen, sind 4 Monate ungefähr in den Stall verdammt. Und welcher Stall? Nicht höher, als daß ein Mann darin stehen kann; auf Lehmboden, innerhalb gestampfter Lehmwände, ohne andere Oeffnung als die Thür. Daneben der Stalldünger, der wochen­lang nicht ausgemistet wird. Man kann sich nun vorstellen, welchem Elende die armen Thiere in der Winterszeit preisgegeben sind. Finger­dick sitzt der Schmutz auf ihnen. Diese Schilderung paßt durchgehends auf alle Bauernwirthschaften, und ich mache es dem Bauer zum gerechten Borwurf, denn ein Mann, der von 3050 Joch Feld, a 1600 IHKlafter, besitzt, der könnte für sein Vieh wohl einen besseren Stall haben. Bei vielen adeligen Grundbesitzern und gebildeten Oekonomen ist ein so trost­loser Zustand allerdings nicht zu finden.

Eine sehr geschätzte Rasse in Bezug auf großen Körper und ausge­zeichnete Mastfähigkeit ist die in England gezüchtete Shorthorn d. h. Kurzhornrasse.

In Fig. 2 haben wir eine Abbildung eines Ochsen von der Kurz­hornrasse vor uns.

Es gibt noch viele Rassen Rindvieh, welche ich aber, als dem Zwecke meines Buches fernliegend, nicht mit Beschreibungen und Abbil­dungen anführen kann. Bemerkenswerth sind: das Schweizer Rind, das Tiroler Rind, das steirische Rind, das holländische, das jütländische, das holsteinische, friesische, fchleswig'sche, podolische, polnische, wallachische