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Erstes Hmiptstück.

die erwünschten Eigenschaften abgehen, dann hilft uns alle Inzucht nichts; es bleibt uns nichts übrig, als unseren Stamm durch Kreuzung zu verbessern. Die ungarischen Kühe, welche, wie schon angegeben wurde, wenig Milch liefern, geben uns niilchreichere Nachkommen durch Kreu­zung mit der Allgäuer und der Holländer Rasse. Manche dieser Ver- suche sind mißglückt. Allein woran liegt der Fehler? Einzig und allein darin, daß die Rasse allein nicht hinreichend zur Veredlung ist. Bei einem solchen Kreuzungsversuche darf man am Gelde nicht sparen; nur durch ein vollkommenes Thier einer vollkommenen Rasse kann eine veredelte Kreuzung entstehen. Bei der Auswahl hat man darauf zu sehen, daß das Thier aus einer vollkommenen Rasse, aus einer guten Zucht herstamme, und daß das Thier selbst vollkommen sei und alle jene Eigenschaften, die wir vererben wollen, in hohem Grade besitze. Solche Thiere kann man nur zu hohen Preisen erstehen, denn sie haben ihren Eigenthümern selbst viel Geld gekostet und. überall sind sie nicht zu finden. Jene Mit­telspersonen, welche die Zuchtthiere ankauften, haben oft durch Unkennt- niß in der Auswahl oder durch Unredlichkeit das Mißlingen solcher Kreu­zungsversuche herbeigeführt und dadurch von weiteren Versuchen abge- schreckt. Der rationelle Oekonom treffe also die Auswahl der Zuchtthiere zur Kreuzung selbst, wobei er das Augenmerk sowohl auf die eigenen, als auch auf die fremden Thiere zu werfen hat.

li. Die Ernährung des Rindviehes.

Es gab eine Zeit, wo in der Landwirthschaft Alles nur Erfah­rungssache war wo Jedermann einen gründlichen Abscheu vor Ver­suchen und Neuem hatte, weil es nicht durch die Erfahrungen von Gene­rationen erprobt war. Zu jener Zeit kannte man aber auch nicht die Zn- sammensetznng der Ackerkrume, man kannte nicht die Bestandtheile dev Futters und auch nicht jene der thierischen Körper. Das ist jetzt Alleo anders geworden. Ans den Bestandtheilen des Bodens, aus der Luft nimmt die kleine Pflanze die für sie nothwendigen Bestandtheile aus; findet sie, was sie bedarf, in reichem Maße vor, dann wird die Pflanze stark und üppig; ist der Boden aber an den Bestandtheilen, deren die Pflanze bedarf, arm, dann bleibt sie klein und verkümmert. Der Kör­per des Thieres findet die Bestandtheile, deren er zum Wachsen und zum