Die Ernährung des Rindviehes.
II
Erhalten bedarf, in den Pflanzen, in der Lnft, im Wasser. Alle Be- standtheite der Futterpflanzen, welche das Thier zn sich nimmt, finden sich auch in dem thierischen Körper wieder. Der Erdbaden ist die allgemeine Mntter — aus ihm entstehen die Pflanzen, ans den Pflanzen die Thiere. Jede Ernte entzieht dem Baden eine große Anzahl Nährstoffe, die wir ihm durch vernünftigen Fruchtwechsel und durch Dünger zurück- geben müssen, wenn er anders nicht unfruchtbar werden fall. Der große Kreislauf des Lebens ist also Nahrung in dem Baden, aus dem Baden Nahrung in die Pflanzen, aus den Pflanzen Nahrung in die Thiere. Es ist immer derselbe Staff, nur unter veränderter Farm; heute todter Stoff, morgen lebender Stoff, übermorgen vielleicht schon wieder todter Stoff, aber neues Leben erweckend. Das Wasser bietet uns einen ähnlichen Kreislauf auf der Erde dar. Unaufhörlich sangt die Luft es auf, unaufhörlich kehrt es zur Erde zurück durch die Quellen, Bäche, Flusse, Ströme, durch die Wolken als Regen, Schnee, Hagel, durch die Lust selbst als Thau und Reif. Das Wasser kommt unter allen Formen vor: als luftförmiges Wasser in der Luft aufgelöst, als flüssiges Wasser, als festes Wasser, nämlich Eis, und als versteinertes Wasser in Krystallen. Das feste Wasser bildet die Natur nach,- wie wir es an den Blumen und Palmen unserer Fensterscheiben im Winter sehen können; es ahmt alle Gebilde der Natur nach, wie wir es in den Tropfsteinhöhlen sehen, wo das mit Kalk geschwängerte Wasser alle lebenden und tobten Gebilde der Natur wiedergibt. — Wer van den Oekonomen nach Triest oder nach der Steiermark oder überhaupt nach Oesterreich reist, der scheue nicht das kleine Opfer an Zeit und Geld, um die Adelsberger Höhle bei Adclsberg zu besuchen, wo er diese an's Unglaubliche grenzenden Nachbildungen der Oberivelt in der Unterwelt mit Muße bewundern kann.
Der einfachen Stoffe, welcher sich die Natur bedient, um die lebenden Geschöpfe zu formen, sind nur wenige. Allein mit diesen wenigen Stoffen farmt sie unzählige Gebilde an Pflanzen und Thieren. Dies darf uns nicht Wunder nehmen — hat der menschliche Geist dach Aehnliches zu Wege gebracht. Mit den einfachen Ziffern van 1 — 9 und der 0 dazu bilden wir alle Zahlengrößen bis in's unendlich Große und alle Brnch- größen bis in s unendlich Kleine.
Die kleinsten Theile, ans denen alle organischen Geschöpfe gebildet und zusammengesetzt sind, nennen wir Zellen. Eine solche Zelle enthält eine äußere Haut, innen flüssige oder gallertartige Substanz und einen

