330 Erstes Hauptstück. Von den Betrügereien der Pferdehändler.

gend gemacht und dann die Füße mit Koth bespritzt, welcher die verdäch­tigen Erhabenheiten zu verdecken hat.

Hinkende Pferde reitet und fuhrt man auf weichem Boden vor, nach­dem man ihnen vorher die Hufeisen abgenommen.

Hornspalten, Hornklüfte, fehlender Strahl werden mit Pech ausge­füllt und dann übermalt.

Fisteln und Fistelgeschwüre werden durch zusammenziehende Ein­spritzungen ausgetrocknet, mit Werg verstopft und mit den Haaren des Thieres verklebt. Man betupfe also die Stellen, wo derlei Geschwüre Vorkommen, mit dem Finger, worauf der Schmerz des Thieres den Betrug verräth.

Weiße Füße beizen die Herren braun oder schwarz und es ist schon oft vorgekommen, daß der Käufer eines Rappen nach einiger Zeit einen Schimmel im Besitze hatte, weil auch Pferde durchaus bemalt werden.

Ist ein Pferd vorne zu niedrig, dann stellen sie es mit dem Hinter- theil abwärts an einen Abhang, und beim Vorreiten wird es bergauf ge­ritten.

Die bockbeinigenPferde zeigen sie uns nur im Trabe vor; der Schwanz wird diesen Pferden sehr lang gelassen und ist er von Natur aus nicht lang genug, dann werden längere fremde Schweifhaare eingeklebt.

Den Krippensetzern wird der Rand der Krippe mit Seife oder Fett bestrichen.

Den hartmäuligen Pferden verwunden sie dieLadender Schmerz, den dann ein leichter Druck auf diese Stellen hervorbringt, wird für Weich- mäuligkeit ausgegeben.

Durch das Anziehen des Stirnriemens werden weit auseinanderste­hende Ohren näher zusammengebracht; sind die Ohren hängend, dann werden sie aufwärtsgestellt. Breites Riemzeug dient dazu, andere Kopf­fehler zu verbergen.

Das ist das lange Sündenregister der. Herren Roßmäkler aber erschöpft ist es nicht. Jeder, der mit ihnen Geschäfte macht, sehe sich vor, wie er betrogen wird oder lieber lasse sich nicht von ihnen be­trügen.