Krankheiten der Schafe und deren Heilung.

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Man wende Abführmittel an von Salpeter und Glaubersalz, gebe viel schleimiges Gesöff; auf die Nierengegend mache man anfangs Um­schläge von kaltem Wasser; schere dann die Wolle an dieser Stelle ab und mache scharfe Einreibungen von */ a Loth Euphorbium,/ 2 Quent­chen Brechweinstein und 2 Loth Terpentin.

Homöopathisch gibt man zuerst Aecrniturn, hierauf Nitrum.

21. Die Schafpocken.

Diese ansteckende Krankheit, welche durch Menschen, Hunde, Ge­flügel weiter verbreitet wird, erfaßt ganze Heerden. Die Pocken sind entweder gutartig oder bösartig. Bei den gutartigen Pocken hat man darauf zu achten, die Schafe in einem warmen, trockenen Stalle zu h al­ten, ihnen unverdorbenes, gutes Futter zu verabreichen und ihnen alle

5 Tage eine Salzlecke zu geben, wobei aus I Th eil Kochsalz 2 Theile Schwefelblüthe zugesetzt werden.

Bei den bösartigen Pocken, welchen viele Thiere als Opfer fallen, ist, um die noch gesunden Thiere in der erkrankten Heerde vor dem Nebel zu bewahren, die Nothimpfung vorzunehmen; herrschen in einer Gegend die bösartigen Pocken und ist die Heerde noch nicht angesteckt, dann nimmt man die Schutzimpfung vor. Beides ist aber unter Zuziehung eines Thierarztes zu besorgen.

Homöopathisch gibt man bei bösartigen Pocken Uhus toxicodeudrou und Arsenicum im Wechsel. Beide Mittel sind auch Schutzmittel insofern, als die Schafe dann nicht von den bösartigen, sondern nur von den gut­artigen Pocken befallen werden.

22. Die Räude.

Die Räude ist sehr ansteckend und befällt ganze Heerden. Bei dieser Krankheit gebe man ihnen gutes und reichliches Futter und zuwei­len eine Salzlecke. Aenßerlich dient folgendes Mittel für die Herstellung von hundert Stück von der Räude befallenen Schafen. Koche 20 Pfund ordinäre Tabakblätter mit 150 Maß Wasser 3 Stunden lang; die Ab­kochung gieße man durch ein großes Sieb in ein offenes Faß. Hierauf nehme man einen großen eisernen Kochkessel, gebe hinein 10 Pfund ge­brannten Kalk und lösche ihn durch Besprengen mit Wasser ab, setze zu

6 Pfund Pottasche und 12 Maß Wasser. Man setze die Mischung auf's Feuer, rühre fleißig darin um und lasse eine Stunde kochen. Nun nimmt man die Lauge vom Feuer, rührt tüchtig darunter 3 Maß Schifftheer,