Don denA Krankheiten der Hühner und deren Heilung. 379

bemerkt, dann bestreiche man die entzündete Stelle mit frischem Oele oder ftischer Butter, bis sie erweicht ist. Hierauf öffne man die Stelle mit einem scharfen Federmesser, drücke den darin enthaltenen dünnen Eiter aus, ferner wasche man die Wunde täglich zweimal mit einem wei­chen leinenen Läppchen aus, das in laues Wasser getaucht wurde; man befeuchte die leidende Stelle mit Branntwein oder Weinessig bis zu er­folgter Heilung. Man sondere die kranken Hühner von den gesunden ab und gebe ihnen kleingeschnittenes Grünfutter mit Kleie gemengt und rei­nes Wasser. Sind die Hühner genesen, so suche man sie sobald als mög­lich zu mästen und schlachte sie dann.

5. Der Durchfall.

Beim Durchfalle der Hühner geht ein dünner Mist ab, der die Federn um den After beschmutzt; sie werden traurig dabei und hören auf zu legen. Um die Krankheit zu vertreiben, gebe man ihnen zu dem ge­wöhnlichen trockenen Futter gekochte Erbsen oder Kümmel und Kalmus­wurzelpulver, zum Getränke Löschwasser. Hört der Durchfall nicht auf, so gebe man jedem Huhne Morgens und Abends 2 Theelöffel voll einer Mischung, aus gleichen Theilen Kamillenaufguß und rothem Weine be­stehend, ein. Auch folgendes Mittel ist wirksam: Man röste Hafer gelb­braun, mahle ihn dann in einer Kaffeemühle, entferne die Hülsen so viel als möglich; mische dann das erhaltene Hafermehl mit ebenso viel ge­pulverter Baldrianwurzel und mache mit rothem Weine einen Teig an, aus dem man erbsengroße Pillen formt. Das kranke Huhn bekommt täg­lich eine Pille am Morgen.

6. Verstopfung.

Bei der unter 4 angeführten Darrsucht leiden die Hühner auch häu­fig an Verstopfung; zuweilen kommt Verstopfung auch allein für sich vor. Man bestreiche den After mit frischem Leinöl oder Olivenöl; gebe dem Thiere 1 bis 2 Theelöffel Baumöl oder Leinöl ein; oder man gebe ihm ein Oelklystier mit einer kleinen Wundspritze. Zur Nahrung gebe man kleingeschnittenes Grünfutter mit Kleie gemengt und reines Waffer.

7. Pocken, Blattern.

Auch von Pocken oder Blattern werden die Hühner befallen. Sie zeigen sich zuerst an der inneren Keulenfläche, am Bauche und unter den