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Bittschrift zu überreichen. Der Fürst von Ncufchätel, weicher im Gefolge des Kaisers war, sagte dem Unbekannten, daß er seine Bittschrift überreichen könne, wenn die Parade vorbei sey; aber unerachtet dieser Bemerkung des Fürsten folgte der Mensch dem Kaiser, behauptend, daß die Beschaffenheit seiner Bitte keine Verzögerung zuließe, und'daß er Napoleon sprechen müsse. Da der General Rapp, diensthabender Adjutant, sah, daß er immer noch darauf bestand und sich unter die höheren Offiziere mischte, welche den Kaiser umgaben, ergriff er ihn veim Kragen und gebot ihm mit Heftigkeit, sich zurückzuziehen. Bei dieser Bewegung fühlte der General Rapp den Griff eines Instruments, welches der Mensch in der Sei- tentasche trug, unter seiner Hand; er hielt ihn fest und gab zweien der Elite-Gensd'armen, deren Geschäft eö war, die Ordnung aufrecht zu erhalten, ein Zeichen. Der Mensch wurde arretirt und in den GenSd'armensaal gebracht, wo man ihn durchsuchte. Man fand ein neues scharfes Kiichenmesser bei ihm, vier Friedrichsd'or und daö Portrait einer sehr hübschen Frau. Der General Savary verhörte ihn; aber er erwiedcrtc immer dieselben Worte: ,,Ich wollte den Kaiser sprechen." Der Kaiser von seinem hartnäckigen Schweigen benachrichtigt, ließ ihn in sein Zimmer dringen, um ihn selbst zu befragen. Daö Verhör war ungefähr folgendes. „Wo sind Sie her und seit wann sind Sie in Wien? — Ich bin aus Erfurt und seit zwei Monaten hier? — Mas wollten Sie von mir? — Den Frieden von Ihnen erbitten und Ihnen beweisen, daß er unerläßlich nothwendig ist. — Denken Sie denn, daß ich einen Menschen ohne Charakter, ohne von irgend einer Macht gesandt zu seyn, hätte anhören wollen? — In diesem Falle hätte ich Sie getödtet. — Was habe ich Ihnen gethan? — Sie unterdrücken mein Vaterland und die ganze Welt; wenn Sie nicht Frieden schließen, so ist Ihr Tod dem Glücke der Menschheit nothwendig, und indem ich Sie tödte, würde,ich di« schönste Handlung, deren ein herzhafter Mensch fähig ist, verrichtet haben. 7ib?v~ bewundere Ihre Tatente; ich hoffte viel von Ihrem Verstände und, ehe ich Sie opferte, wollte ich versuchen. Sie zu überzeugen. — Sie

