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Bei seinem ersten Aufenthalte in Berlin äußerte Napoleon den lebhaften Wunsch, daß ihm ein junges Mädchen, welches er bemerkt hatte, vorgestellt werden möchte. Bald machte sie die Eroberung des Siegers, und einen Augenblick gelang es ihr, die Langeweile, welche die höchste Gewalt umlagert, zu verscheuchen. Ungefähr nach sechs Wochen aber verließ der Kaiser die Hauptstadt Preußens, und das strenge Geheimniß, welches über sein inneres Leben beobachtet wurde, würde auch dies kleine Abenteuer verschleiert haben, wenn die hübsche Preußin nicht einige Zeit nachher die Bekanntschaft des Zahlmeisters vom ersten Armeekorps gemacht hätte, der sich bald ihrer Gunst ebenso sehr zu erfreuen hatte, als früher Napoleon. In ihrer Unbefangenheit erzählte sie ihm die innige Verbindung, welche zwischen ihr und dem Kaiser bestanden hatte. Der erste Gedanke eines Zahlmeisters ist gewöhnlich eine Berechnung.
,,Sie müssen mit des Kaisers Benehmen zufrieden gewesen seyn," sagte er dem liebenswürdigen Kinde; „sein Herz ist so groß, so großmüthig!"
„Ach! ich denke mit Entzücken daran zurück, er war so gut, so gefällig! Jede kleine Rücksicht hatte er für mich."
„Das glaube ich gern; aber außerdem hat er Ihnen doch gewiß Beweise seiner Freundschaft, irgend ein Zeichen der-Erinnerung hinterlassen?"
„Ja, gewiß, mehr als zehn Mal hat er mir gelobt, daß ich ihn Wiedersehen würde, daß er meiner bei seiner Rückkehr gedenken wolle; Gott erhalte den Helden!"
„Das ist Alles recht schön; aber endlich, was hat er Ihnen während seines Aufenthalts oder bei seiner Abreise geschenkt?"
„Nichts; aber sein Andenken ist mir darum nicht minder theuer, und es wird mich stets beglücken, ihn gekannt zu haben!"
Dies Alles schien ohne Zweifel dem Zahlmeister sehr gefühlvoll und rührend; aber er glaubte, daß man etwas Besseres erwarten könne. Als er das junge Mädchen verließ, begegnete er dem Graven Estbve, Großschatz-

