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Auftug machte das Frauenzimmer der Herzogin, und für die Cdelsräulein wurden eben so, wie für die Pagen, aus das Freigebigste gesorgt.
27.
Unser irländischer Kaplan erzählt ferner, daß der Herzog, wenn er sich auf Reisen oder in das Feldlager begab, 50 Caroffen, jede mit 6 Pferden, bei sich hatte. Die Küchenpartei fuhr auf 50 vierspännigen Wagen, die Hofdienerschaft in 10, mit Glasfenstern versehenen, sechsspännigen Wagen, 50 Stallknechte führten die 100 Leib- rvß des Herzogs. Da Carve sehr bald nach Wallensteins Ermordung sein Buch öffentlich bekannt machte, so dürfen wir nicht glauben, daß er sich bei seinen Schilderungen ungemessene Uebertreibungen erlaubt habe. „Der Herzog selbst hielt sich — wie ein gleichzeitiger Berichterstatter (De. Schupp» erzählt — nicht prächtig in Kleidern; er trug rothe Beinkleider (noch gegenwärtig die Auszeichnung der östreichischen Generale), einen Koller und darin etwa ein Paar Aermel vonKarwas: desto sauberer hielt er seine Dienerschaft in der Kleidung." — Diese Angaeen scheinen sich aus den Vorgefundenen Schnei- dcrrechnungcn in so fern zu bestätigen, als sich daraus ergibt, daß der Herzog in der Wahl der Farben sehr bescheiden war. Die mehrsten seiner Kleider waren asche- farben, leberkarben, nägelbraun, daß Zeug dazu: Rasch, Bon, spanisches Tuch, Barikon; sogar 5 Wämser von Leinwand kommen darin vor; den Mantel zedoch trug ec von Scharlach. Aus dergleichen Rechnungen wissen wir auch, daß der Herzog für ein Paar "weiße rorkoanische gewichste Stiefelst" 5 Thaler bezahlte, weiche er sich wegen des Podagra s mit Pelz füttern ließ. Für 4 ganze Kastorhüte, welche er sich aus Hamburg kommen ließ, wurden 52 Thaler, und für 2 graue Regenhüte 8 Thlr. bezahlt. Für Spitzen und Borten auf 2 Dutzend Kragen und Tatzeln (Manschetten) wurden 07 Thlr. und für ein Paar "Hantschen" (Handschuh) 4 fl. 12 kr. bezahlt.

