Charakterzüge aus dem Leben des Kaisers Maximilian I.

Geboren den 22. März 1459, gestorben den 12. Januar 1519.

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Maximilian war mittelmäßiger Größe von einer scho­nen Gesichtsbildung, Würde und Anmuth hatten sich in seiner königlichen Miene gepaart und ihn solcher Gestalt ausgezeichnet, daß ihn jeder Fremdling ganz leicht als den Monarchen erkannte, wenn er auch nn Kreise meh­rerer Fürsten stand. Sanft lächelte sein blaues Auge unter einer edel gewölbten Stirne hervor; erhaben und Adlerma'ßig gebogen war seine Nase, schön gerundet sein Mund, voll seine Wangen, männlich die Farbe seines Ge­sichtes, etwas hervorragend sein Kinn, lichtbraun sein Haar und majestätisch sein Gang, abgehärtet zu allem Ungemache jeder Art sein ganzer Körper; sanft und ge­fühlvoll sein Herz, ächt seine Frömmigkeit, und Gerech­tigkeit sein Stolz; ungetrübt der Grund seiner Seele. Cr war ein strenger Richter seiner eignen Thaten; das Lob der Nachwelt schätzte er. Groß war er an Weisheit, mäch­tig an Verstand, vieler Sprachen kundig, und Beredtsam- keit träufelte wie Honig von seinen Lippen. Im Schlach­tengemenge stand er als Held, und unerschrocken in Ge­fahren; an Kriegskunde übertraf er alle seine Zeitgenossen. Im Frieden waren Ritterspiele, Roß und Jagd seine Ver­gnügungen. So zeichnet ihn Lemnirk Cmporikus. Paul