i4 I. r. Flucht aus den Bleykammern.

niemand fragte mich, ob ich Speisen, oder Bett, oder Stuhl, oder wenigstens Wasser und Brvd begehre. Mich hungerte zwar nicht, es schien mir aber doch billig, daß man mich fragen sollte, ob ich Hunger habe, oder nicht. Die Zunge klebte mir vor Durst an dem Gaumen. Doch hielt ich aus, und hoffte noch immer, das; jernand vor Einbruch der Nacht nach mir sehen werde. Als es aber vier und zwanzig schlug, und niemand erschien, da verlohr ich alle Ge­duld. Zch war wüthend, brüllte, fiuchre, stampfte mit den Füßen, schrie, so arg ich nur konnte, machte so viel Getöse, als meine Lage nur immer erlaubte. Umsonst! Länger als eine Stunde hatte ich getobt, dennoch kam niemand zum Vorschein, und ich bemerkte keine Spur, daß irgend ein lebendes Wesen mein Angstgeschrey vernommen habe. Was war zu thun? Zch verschloß mein Gitter, damit mir die Ratten nicht auf den Leib springen möchten, band mir mein Schnupftuch um den Kopf, und warf mich auf das Pflaster meines Gefängnisses nieder. Meine Kräfte waren erschöpft; ich schlief ein.

12. Die kalte Hand.

. Als die Glocke die Mitternachtsstunde anzekgte, ward ich munter. Ohne mich zu regen, blieb ich auf meiner linken Seite liegen, und streckte den rechten Arm über den Kopf, mein Schnupftuch zu suchen. Indem ich umher tappte, kriegte ich eine eiskalte Hand zu fassen. Gott, wie war mir zu Muthe? Das Schrecke«; fuhr rnir wie ein electrischer Schlag durch den Körper. Von der Scheitel bis zur Fußsohle war ich «vie vom Donner gerührt. Mir standen die Haare zu Berge. Länger als vier Minuten lag ich nicht nur starr, sondern völlig gedankenlos da. Als ich mich wieder ein wenig.erholt hatte, suchte ich

mich