I. i. Flucht aus den Bleykammern. j 5
mich mit der Vorstellung zu beruhigen, meine Phan, taste habe mich vielleicht getäuscht. Zn dieser Vor« aussehung griff ich abermals um mich, kriegte die . kalte Hand wieder zu fassen, chat einen gräßlichen Schrey, drückte sie in der Angst, und zog memen Arm im nemlichenAugenblick wieder an mich. Ich war ganz außer mir. Als mein Verstand endlich wieder die Oberhand gewonnen, stellte ich mir vor, man * habe vielleicht, während ich schlief, einen todren Körper in meinen Kerker geworfen. Denn das wußte ich gewiß, daß nichts um mich her lag, als ich mich auf den Fußboden streckte. Dieser Körper konnte vielleicht der Leichnam eines Unschuldigen, ivol gar eines Freundes von mir seyn, den man erdrosselt, und in der Absicht neben mich gelegt hatte, um mich ein ähnliches Geschick ahnden zu lassen. Dieser Gedanke machte mich wüthend. Ich griff zum drittenmal hin, packte die Hand, und wollte mich in dem nemlichen Augenblick aufrichten, um den vermeintlichen Leichnam näher an mich zu ziehen; als ich aber eben damit umging, mich auf den linken Ellbogen zu stützen, stehe! da sing die eiskalte Hand, welche ich in meiner Rechten hielt, zu leben an, zog sich zurück, und ich bemerkte zu meinem äußersten Erstaunen, daß cs die weinige war. Auf dem steinharren Lager war sie mir emgeschlafen, und hatte Bewegungen, Gefühl . und Leben verlohren. Dieser Zufall, so unbedeutend er scheint, überzeugte mich mehr als zu sehr, welchen fürchterlichen Täuschungen ich m diesem Aufenthalte des Schreckens ausgesetzt sey.
13. Der Gefangenwärter.
Gegen halb neun Uhr ward die schaudervolle Stille, weiche mich umgab, durch das Rasseln der Riegel unterbrochen. Der Gefangenwarrer trat vor
mein

