I. i, Flucht aus den Bleykammern. 59
machen, und alles zu wagen, um sich und mich in Freyheit zu setzen. Er sowohl, als sein College, war ren es zufrieden, stellten sich aber die Sache als uur möglich vor. Ich schrieb ihm, er solle mir nur sein Wort geben, daß er meine Vorschrift befolgen wolle; ich stünde für alles. Er versprach Folgsamkeit, war zu allem willig und bereit. Jetzt meldete ich ihm, es sey kein Messer, womit ich das Loch gegraben hatte, sondern ein ganz anderes Instrument. Alles beruhe darauf, wie ich ihm dasselbe in die Hände spielen könne. Mit diesem Instrumente solle er die Decke seines Gefängnisses aufbrechen, hinaussteigcn, und auf demselben hinweggehen, um an die Mauer zu ge« langen, die unsere Gefängnisse trenne. In diese solle er ein Loch machen und hindurch kriechen, so werde er sich auf der Decke meines Kerkers befinden. Wenn er nun auch diese erbreche, so würde ich hinauekomr men, und mich mit ihm und dem Grafen an daS Hauptdach machen. Hier wollten wir uns ebenfalls durcharbeiten, und die bleyernen Platten aufheben. Befänden wir uns nur erst auf dem Hauptdache, so würde ich sodann schon dafür sorgen, daß wir glücklich und unbeschädigt auf die Straße kämen. Lalbi hatte in seinem nächsten Briefe gegen diesen Entwurf sehr viel zu erinnern. Die Ausführung desselben schien ihm ganz unmöglich zu seyn. Ich erinnerte ihn an sein Versprechen, und rieth ihm, sich vor allen Dingen vierzig bis fünfzig Heiligen - Bilder zu kaufen, und alle Wände seines Kerkers, vorzüglich aber die Decke, damit zu bekleben. Zugleich meldete ich ihm, daß ich mich schlechterdings nicht eher deutlicher erklären würde , bis er diese Vorschrift befolgt habe.
9. Das Vehikel.
Ich trug Lorenzen auf, mir die neue Bibel in Folio zu kaufen, tue erst unlängst herausgekommen
war,

