so I. i. Flucht aus den Bleykammem. Zweiter Theil.
i. Die gespannte Erwartung.
^tarr und unbeweglich saß ich in meinem Lehnstuhle, wie eine Bildsäule. Zch sah ein, daß meine viele Mühe und Arbeit verlohren war; gleichwohl reute sie mich nicht. Zch hatte keine Hoffnung mehr, und suchte meine ganze Beruhigung in dem Entschluß, von nun an nie wieder an die Zukunft zu denken. Meine Gedaicken erhoben sich zu Gott; es kam mir vor, als habe er mir diese Züchtigung deswegen zugeschickt, weil ich drey Tage unbenutzt hatte vorübergehen last sen, die ich dazu anwenden konnte, mich in Freyheit zu sehen. Während ich diese Betrachtungen anftellte, kamen zwey von Lorenzens Leuten, und brachten meine Betten. Sie entfernten sich, um das Neblige zu holen, es verstrichen aber zwey volle Stunden, oh, ne daß jemand zum Vorschein kam; gleichwohl stand die Vorderthür meines Gefängnisses noch offen. Dies Außenbleiben brachte mich auf allerley Gedanken. Da ich nichts errathen konnte, so fing ich an, das Aergste zu fürchten, und machte mich auf alles gefaßt.
r. Die Brunnen.
Außer den bereits beschriebenen Gefängnissen hat, ten die Staatöinquisiloren noch neunzehn andere unter dem Pallast des Doge. Sie waren für Verbrecher be, stimmt, die den Tod verdient Hutten. Diese unter, irdischen Kerker sind wahre Gräber, aber man nennt ste Brunnen. Sie verdienen diesen Namen, denn ste sind immer zwey Schuh hoch mit Seewasser anger füllt, das zu den nemlichen Gitterlöchern hineinläuft, wodurch sie ihr bißchen Tageslicht erhalten. Will

