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An Madame Hagenauer.

Paris, den 1. Februar 1764.

Man muß nicht immer an Mannspersonen schreiben, son­dern sich auch des schönen und andächtigen Geschlechts erinnern. Ob die Frauenzimmer in Paris schön sind, kann ich Ihnen mit Grund nicht sagen, denn sie sind, wider alle Natur, wie die Berch- tesgadner Docken, so gemalt, daß auch eine von Natur schöne Person durch diese garstige Zierlichkeit dem Auge eines ehrlichen Deutschen unerträglich wird. Was die Andacht anbelangt, so kann ich versichern, daß man gar keine Mühe haben wird, die Wunder­werke der französischen Heiliginnen zu untersuchen; die größter: Wunder wirken diejenigen, die weder Jungfern, weder Frauen noch Wittwen sind; und diese Wunder geschehe!: alle bei lebendigen: Leibe. Genug! mar: hat Mühe, hier zu unterscheiden, wer die Frau vom Hause ist; Jeder lebt, wie er will, und (wenn Gott nicht sonderheitlich gnädig ist) so geht es den: Staate von Frank­reich wie dem ehemaligen persischer: Reiche.

Ich würde seit meinem letzter): Schreiben aus Versailles Ihnen unfehlbar wieder geschrieber: haben, wenn ich nicht immer gezau­dert hätte, um der: Ausgar:g unserer Affaire zu Versailles abzu­warten und folglich Ihnen benachrichtigen zu könner:. Alleir:, da hier Alles noch mehr als ar: anderen Höfen auf der Schnecken­post geht, sorrderlich diese Sacher: durch die Menu des plaisirs müssen besorgt werden, so muß man Geduld Haber:. Wenn die Erkenntlichkeit dem Vergnügen gleich kömmt, welches meine Kinder dem Hofe gemacht Haber:, so muß es sehr gut ausfaller:. Es ist rvohl zu merken, daß hier keineswegs der Gebrauch ist, den könig­lichen Herrschaften die Hände zu küssen, oder sie au passage,