wurden in 5 Jahren über 1000 erlegt. In der Gefangenschaft läßt er sich zähmen. Man jagt ihn am sichersten ans Elcphanten. Er hält sich gern in Wäldern längs der Flüsse auf, wo er die Tbiere beim Saufen leicbt erhasche» kann, desgleichen in der Nähe von menschlichen Wobnungen. Einen getödteteu Düffel, der 3mal größer ist, als er selbst, trägt er wie einen Stock in den Wald. Die indlschcn Fürsten stellen bisweilen Treibjagden an mit Elephanten und vielen 100» Soldaten zu Fuß und zu Pferd. Man stellt große Garne auf. umgibt den Wald, zündet das Gras an und treibt die Tiger unter großem Lärm und Getöse gegen daö Garn, wo sie von den Baumen herabgeschosseu werden.
Auf dem Baume ist ein Orang-Utang (Simia sa- tyrus). Er findet sich in Ostindien, hauptsächlich auf der Insel Borneo. Es ist noch nicht ansgemacht, ob diejenigen Orang- Uiange, welche bis jetzt nach Europa gekommen und nur 2—3' hoch sind, eine andere Art bilden, als die 4 5' hohen, die man auch Pongo nennt; es wäre möglich, daß der Unterschied der Größe nur von dem des Alters herrührte. Der Holländer Vosmaern sagt von seinem Orang-Utang, er sey sehr gnt- müthig und gesellig gewesen; da sein Wärter sich bisweilen neben ihn setzte, so nahm er einmal Heu von seinem Lager, legte es neben ihn unv schien ihn einznladcu, sich zu setzen. Sein gewöhnlicher Gang war aus allen Vieren; er konnte aber auch sehr gut ausrecht gehen und sich an einem Stock lange Zeit so halten. Er fraß alles, was man ihm gab, besonders gerne gcwürzhafte Pflanzen, wie Petersilien. Gab man ihm einen Teller voll Erdbeeren, so war es ein Vergnügen zu sehen, wie er eine nach der andern mit der Gabel anipießte und zum Maule führte, indem er mit der andern Hand den Teller hielt. Gab man ihm die Weinflasche, so zog er mit der Hanv den Stöpsel aus, trank daraus und wischte sich hierauf wie ein Mensch die Lippen mit der Hand oder mit Leinwand ab. Gab man ibm nach dem Dressen einen Zahnstocher, so bediente er sich dcffelben wie ein Mensch. Er zog sehr geschickt Brod und andere Dinge ans den Taschen. Vor dem Schlaft legte er sich das Heu zum Lager zurecht, schüttelte es gut aus, trug mehr zum Kopfkissen, legte sich auf die Seite und deckte sich zu. Als mau ihm einmal das Schloß seiner Kette mit dem Schlüssel öffnete, sab er mit großer Aufmerksamkeit zu, nahm sodann ein Stückchen Holz, steckte cs ins Schlüsselloch und drehte es nach allen Seiten um. Oft wischte er den Staub von den Füßen eines Schranks, bisweilen von den Stiefeln der Eintreienden mit einem kleinen Besen. Die verwickeltsteu Knoten an einem Strick wnßte er sehr geschickt mit den Fingern anfzumacheu, oder, wenn sie zu fest waren, mit den Zähnen; Knoten zu schlingen aber verstand er nicht In den Händen besaß er eine außerordentliche Stärke und konnte daniit die größten Lasten aufhc- ben. Ein anderer Orang-Utang, von welchem Tilesius erzählt, spitzte, wenn er nach einer Frucht lüstern war, das Maul darnach, zog hörbar den Athem ein und wies mit dem Zeigefinger nach dem Munde; er ließ sich gern schmeicheln, frerlte sich, wenn man freundlich mit ihm sprach, gieng oft selbst zu Personen, welche ihm gefielen, ergriff ihre Hand, untersuchte aufmerksam ihre Kleider, Knöpft, sog an ihren Fingern, kletterte endlich an ihnen in die Höhe und umarmte sie; seinen Wärter und seinen Herrn küßte er.
Der Tiger kommt ans einem Gebüsch von Reiß hervor. Dieser, der gemeine Reiß (Oryza sntivai wird seit den ältesten Zeiten in Ostindien gebaut und jetzt in allen wärmeren Welttheilen, auch in Spanien, Italien und Ungarn. So ziemlich die Hälfte aller Menschen lebt von Reiß: in Jndlen gibt es fast kein anderes Getreide Man bereitet auch ein starkes Bier daraus und destillirt mit Zucker oder Palmen- saft daraus den Arak. Um zu seinem Anbau tauglich zu sepn, müssen die Felder einige Zoll unter Wasser stehen.
Im Hintergrund ragen 2 Cocospalmen hervor. Die gemeine Cocospalme (Cocos nncifern.'), eine der nützlichsten Pflanzen auf der Erde, wächst in den Tropenländern besonders an sandigen Orten längs der Küste Ist der Baum noch ganz jung, so wird der süße Blattkopf, den auch die Elephanten sehr lieben, unter dem Namen Palmkohl gegessen.
Will man den Palmwein gewinnen, so macht man Einschnitte in die Blüthenftbeide und bängt einen Topf daran, so daß der oben ausfließende Saft in denselben geleitet wird. Der Saft, Snri genannt, fließt 5 Tage lang.' Der Suri, welcher Mittags erhalten wird, ist süß, Abends schon lauer- lich und am andern Tage ganz sauer. Man destillirt daraus den Wein. Um Essig zu erhalten, setzt man die Töpfe 14 Tage lang in Kalk, worauf der Salt heftig gäbrt und viel ischanin macht.- Um Zucker zu erhalten, bestreicht man die Töpfe inwendig mit Kalk, wodurch der Saft roth wird; dann braucht man ihn nur zu kochen. Die jungen Früchte füllen sich allmäblig mit herbem, nachher süßem Wasier; bei der Reife setzt fich ans dieftm Wasser zartes, bläulich weißes, süßes Mehl ab, welches später härtet, ölig wird und einen Nnßgeschmack bekommt. Die Coeo^milch wird häufig getrunken, ist aber sehr kühlend, das Mark oder Mehl wird entweder roh gegessen, oder als Salat angemacht. Man kocht auch Qel aus dem Mark, das man, wie bei uns die Butter, zu den Speisen nimmt; Manche salben sich auch täglich mit diesem Oele. Die harte, runde Nußschale wird ;n Stock
knöpfen, Bechern und ähnlichen Dingen verarbeitet, die äußere, stumpf dreieckige Schale besteht ganz aus Fasern, woraus man durch Rösten eine Art Hanf zu Seilen und Luiitcii gewinnt. 25—30 Jahre alt ist der Baum am kräftigsten und gibt am meisten Saft und die größten Früchte; alte Bäume geben zwar weniger Saft, aber süßeren, der mehr berauscht. Er wird etwa 100 Jabre alt. Ans einem Baum sind gewöhnlich 12 Bündel von Nüssen in verschiedenen Graden der Reife. Im 3ten Monat nach dem Anfgebcn der Blüthen bekommen die Früchte etwas Wasser; im 6ten Monat sind sie voll davon; in den drei folgenden Monaten füllen sie sich mit Mark oder Mehl, welches nach 3 Monaten verhärtet; dann fällt die Nuß ab. Ans den Blättern macht man Fächer, Hüte, Sonnenschirme, Körbe. Papier, auf das man mit einem Griffel von Bambus schreibt. Die Aeste oder Blattstiele stellt man bei Festen zur Zierde vor die Thüren.
R'echls. Der Panther oder Parder (Felis pardus) ist kleiner als der Tiger und größer als der Leopard, und bewohnt die heißen Länder Asiens und ganz Afrika. Die Flecken deck Fells sind bald mehr, bald weniger regelmäßige Ringelflecken. Als Lichtenstein am Vorgebirg der guten Hoffnung reiste, fieng man einen Panther in einer großen Falle in einer Bergschlucht. Man suchte ihm vorsichtig von oben her Schlingen um die Füße zu legen, endlich eine um den Kopf und schaffte ibn auf den Hof, wo er mit einer Kette an einen Pfahl gebunden, sonst aber frei gelassen wurde. In dem Wechsel seiner wilden Sprünge und seiner behenden Seitenbewcgungen gewährte er nun ein schönes Schauspiel. Den Bauch fast auf die Erde gedrückt, den Kopf mit aufwärts gerichteten Augen zwischen die Vordertatzen gusgestreckt, kroch er vorwärts und streckte sich so lang ans. daß man ein ganz anderes Thier vor sich zu sehen glaubte, dabei wand sich der Leib unaufhörlich seit- und aufwärts, so daß man seine Bewegungen denen einer kriechenden Schlange vergleichen mochte. Fest überzeugt, daß die vorher wohluntersiichte Kette nicht brechen könne, wagten sich die Zuschauer ganz nahe hinzu und reizten ihn durch Würfe mit kleinen Kieseln und andere Neckereien zum Aufspringen und Brüllen. Darüber ward eS Abend. Man berathschlagte, ob man ihn jetzt den Hnnden preisgeben sollte, die inzwischen in einem Stalle eingesperrt waren, und eben giengen die meisten weg, um den Kampf vorzubereiten, als plötzlich bei einem neuen starken Rucke der Ring sich öffnete und der nunmehr freie Panther auf Lichtenstein und seinen Begleiter, die sich am vorwitzigsten genähert hatten, unbändig losstürzte. Sie ergriffen in der größten Bestürzung die Flucht und hörten schon das Ungethnm dicht hinter sich her schnauben, als ihre eben losgelassenen Hunde an ihnen vorbeistürmten und ibm auch sogleich an Obren und Kehle fuhren. Den besten von ihnen schüttelte er leicht von den Obren und tödtete ihn mit einem einzigen kräftigen Bisse nach dem Kopf. Indessen kamen auch die übrigen Hunde herbei, die ihn desto sicherer packten, und von denen sich zwei in die Gurgel so verbissen, daß der Panther in weniger als einer Viertelstunde erwürgt war. Bis dahin hatte er sich verzweifelt mit seinen Krallen gewehrt und noch einen der Hunde so schlimm zugerichtet, daß dieser ebenfalls ain andern Tage starb.
Der große Nashornvogel (ßueeros rhinoceros), gegen 4' lang, welcher sich auf den Inseln von Hinterindien findet, lebt vorzüglich von Aas, daher er den Jägern nachgeht, welche die erlegten Tbiere vor ibm flüchten müssen. Der knöcherne Auswuchs auf dem Schnabel ist 8" lang.
Der Inno vogel oder Argusfasan (Phasiamis ar- pus), so groß wie eine welsche Henne, lebt in den Gebirgen von Sumatra, Siam und Malacea. Er ist sehr schwer in der Gefangenschaft zu erhalten und lebt selten über einen Monat; gegen das Licht hat er einen Widerwillen und sitzt unbeweglich und traurig. Das Fleisch schmeckt wie das des gemeinen Fasanen.
Der gemeine Campherba um (Dryobalanops aro- matica'), auf welchem der Junovogel sitzt, ist ein großer, 7' dicker Baum, der sich in den Wäldern von Sumatra findet. Das Holz enthält den Campher in kleineren Stücken in den Lücken des Kerns. Um ihn zu erhalten, baut man den Baum an, oft viele vergebens. Trifft man auf einen guten, so wird er gefällt und gespalten. Der Campher liegt in der Mitte, oft armSdick; ein mäßiger Baum gibt 1l Pfund.
Tafel XI.
Links. Der Schauplatz dieses Bildes ist China. Im Hintergrund ist der Poreellanthurm (bei Nanking) sichtbar. Die Chinesen im Vordergrund mit ihren Schnabelschnhen sind damit beschäftigt, die Thcepflanze (Thea diinensis) zu begießen , deren eine wir ganz vorn in der Nähe erblicken. Der Strauch hat Aehnlichkeit mit dem Rosenstrauch; er wird in China und Japan seiner Blätter wegen fleißig gebaut und mit großer Sorgfalt behandelt. Die kleinsten, oberen Blätter sind die köstlichsten. Im 3tcn Jahre sängt man an die Blätter abzulcsen; im 7!cn ist der Strauch mannshoch und wird auf dem Boden abgcschnitten, worauf er auf's Neue treibt Die Blätter werden einzeln gepflückt. Es finden 4 Lesen Statt, von Anfang des März bis in den August; die erste

