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Die Eier des Krokodils, welche üi der Sonne ansgebrü­tet werden, sind eine Licblingsspeise des Ichneumons oder der cgyptischen Pharao nsratte (Viverra Ichneumon), die wegen der Vertilgung dieser Eier von jecher sehr hoch ge-' halten worden ist. Sie lebt in Nordafrika, vorzüglich in Egypten. Mit dem Schwanke ist sie über 2' lang. Ihre Nahrung besteht in Mäusen, Schlangen, Vögeln und Eiern. Es ist ein äußerst scheues und vorsichtiges Tbier. Will es an den Nil, um zu saufen, so guckt cs furchtsam ans der furche hervor, in welch, r es sich nähert, kriecht auf dem Bauche weiter und schrickt bei jedem Schritte etwas zurück, beschnuppert alle Gegenstände und macht endlich einen Sprung ins Wasser. Es mordet ohne Noth, saugt bloß das Blut aus und frißt das Hirn. Man kann es leicht zähmen; cs wird dann sanft, unterscheidet die Stiiume seines Herrn, folgt ibm wie ein Hund und läßt mit sich spielen; das Haus, in welchem es gehalten wird, ist von Mäusen und Natten in kurzer Zeit gereinigt.

Der heilige Ibis (Ibis religiöse), von welchem man sagte, daß er die giftigen Schlangen tödte, wurde von den alten Egyptcrn in den Tempeln ernährt, durste frei in den Städten umhcrlanfcn und wer ihn unversehens tödtcte, wurde bestraft. Er brütet aber nicht in Egypten, sondern kommt mit dem Wachsen des Nils an, vermehrt und vermindert sich mit demselben und verschwindet, sobald die Ueberschwemmung vorüber ist. Mithin fällt ihre Ankunft in den Juuius, und sie bleiben bis zum Januar.

Die Wasserpflanze im Vordergrund ist die eg yptische Seerose oder Lotusblume (Nymphaea lotus). Sie schließt sich gegen Abend und taucht unter, gegen Morgen öffnet sie sich wieder und erhebt sich über das Wasser. Die Frucht gleicht einem großen Mobnkopf und enthält eine große Menge Samen, aus welchem in alter Zeit Brod gebacken wurde. Die Wurzel ist rund, etwas kleiner als ein Ei, und wird auch jetzt noch zuweilen gegessen. Der Nil ist stellen­weise auf weite Strecken damit bedeckt.

Hinter der Lotusblume stehen Papierstauden (Papyrus ftntiquonim) , welche am liebsten in stehenden Wassern wach­sen. Aus der Haut zwischen dem Mark und der Rinde des Stengels preßte man ehemals Papier, wobei der Zuckersaft die Stelle des Bindniigsmittels vertrat. Der Gebrauch die­ses Papiers hat schon lange aufgehört.

Nechts. Das gemeine Kaineel (Oamelns 4rome4arius) ist das hauptsächlichste Haustbier und der größte Schatz der Ara­ber in Syrien, Babylon, Egypten, Abyssinicn und Nordasrika. Die kleinere, schnellere Art hieß bei den Alten allein Drome­dar oder Läufer. Ohne dieses genügsame Thier, welches das Wasser so lange entbehren und dabei so große Strecken schnell zurücklegen kann, würden die durch Wüsten getrennten'ker nicht zu einander kommen können- Sie tragen 700 - 1000 Pf- und mehr und machen damit 10 Stunden, das kleinere, wel­ches bloß zum Reiten gebraucht wird, auf ebenem trockenem Boden ll0 Stunden. Beide gehen auf diese Weise 8 Tage unv fressen nichts, als trockene, stachliche Kräuter der Wüste; mitunter gibt man ihnen etwas Gerste, Bohnen oder Dat­teln, sonst magern sie ab und der Höcker verschwindet fast ganz. Das Saufen können sie 8 Tage entbehreg. Sie lie­ben die Musik und geben besser, wenn man singt Das Fleisch von jungen Thiercn essen die Araber, aus der'Milch machen sse Butter und Käse, aus den Haaren verschiedene Stoffe und Filze; selbst der Miss wird zur Feuerung gebraucht. Vor Alters brauchte mau sie auch im Kriege, und zwar sehr vor- tdeilhaft gegen Pferde, weil diese vor ihnen scheu werden und stiehen. Auch der ärmste Araber hat ihrer wenigstens 10, die Neichen 400, ja 1000.

Der Baum im Vordergrund ist die Donmpalme oder Astvalme (Hyphaena crinita'). Dieser Baum ist für die Wüsten von Oberegypten sehr wichtig, indem er durch seinen Schatten den Boden fruchtbar macht. Die ovalen Beeren werden gegessen; sie schmecken wie Zuckerbrod. Aus dem har­ten Kern dreht man Rosenkranzkörner. Aus den Blättern macht man Teppiche, Säcke und Körbe.

Zwischen den Aesten der Palme sitzt ein Pavian oder hundsköpfiger Asse (8imia liamadryas), welcher bei den alten Egyptern göttlich verehrt wurde. So wild er auch ist, so wird er doch zu allerlei Künsten abgerichtet, da er sich durch Gelenkigkeit und Nachal»nnng^talent auszeichnet. Die Besitzer von Obstgärten müssen fleißig Wache halten, um ihr Eigenthum vor den Plünderungen dieser Affen zu schützen. Wenn eine Heerde derselben stiebt, so sind die alten Männ­chen hinten, einige zur Seite, das übrige Volk, die kleinen voraus, läuft ohne Ordnung schreiend davon.

Tafel XIV.

Pomeranzen und Citronenbäume, ein türkischer Affe, in der Ferne die Ruine einer alten Stadt, dies alles zusammen weist uns nach Nordafrika hin.

Der türkische Affe, Magot (Simia sylvanu«) ist ber gemeine Affe, den mein gewöhnlich auf den Bären hcrum- führen und in den Gassen tanzen sieht. Er und der Orang- Utang und der Gibbon sind die einzigen Affen, welche sich durch Verstand und Gelehrigkeit vor den andern Arten aus-

zcichuen und deßwegen von den Menschen um deS Gewinns willen mehr als die andern gepeinigt werden. In den Wäl­dern sitzen sie truppweise auf den Bäumen, greifen ihre Feinde gemeinschaftlich an und verscheuchen sie durch ihre Geschrei; nur während der Nacht werden sie die Beute der katzenarti- gen Raubthiere, welche klettern können. Die Speisen berie­chen sie vorher und nehmen sie dann mit den Lippen oder mit den Händen. Sie fressen Früchte, Brod, Gemüse, be­sonders Rüben und Kartoffeln. Im Zorn bewegen sie den Kiefer mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit und schreien rauh und stark; sie verwunden mit Zähnen und Nägeln. Weil sie gesellig sind, so haben sie auch andere Thicre gern, reiten auf den größeren, tragen kleinere herum und werden bisse, wenn man sie ihnen nehmen will. Sie sollen heerdenweise in die Kornfelder gehen, aber am Rande eine Wache zurücklassen, welche bei der Erscheinung eines Bauern schreit, worauf sie alle mit großen Sprüngen auf die nächsten Bäume fliehen. Auch die Weibchen springen mit ihren Jungen ans den Schul­tern von einem Baum zum andern Ihre Junaen behandeln sie mit der größten Zärtlichkeit. Ein solcher Affe, der einem Gelehrten zu Padua gehörte, pflegte des Winters am Feuer zu sitzen, obschon er sich oft verbrannte. Als nun einmal Kastanien in der heißen Asche lagen und er kein Holz fand, um sie herauszuschüren, nahm er plötzlich die Pfote einer daneben liegenden Katze und zog sie mit derselben heraus. Lenz erzählt ein Beispiel von der Bosheit dieser Tbiere, wenn sie alt werden: er sah einmal einen solchen Affen, welcher ganz ruhig ans seinem Kameele saß und sich einen Teller mit gezuckerten Erdbeeren, den ibm ein Knabe darreichte, vortreff­lich schmecken ließ. Kaum aber hatte er die letzten Beere verschluckt, so packte er ohne Complimente den Knaben mit beiden Händen wüthcnd beim Schopf und zauste ihn ganz fürchterlich durch.

Der P o IN e r a n z e n b a u m (Citrus anrantium), wel­chen in unserem Bilde der Affe bestiehlt, wächst im südlichen Asien und im nördlichen Afrika, auch an der Nordküste des Mittelmecres und wird 2040 Fuß hoch. Er wächst sehr langsam, wird sehr alt, blüht und trägt das ganze Jahr. Man hat berechnet, daß ein Baum jährlich an 20.000 Früchte Hervorbringen könne. Eine Frucht nebst der Blütbe ist auf der rechten Seite unter a. abgebildet. Eine Unterart davon ist die Apfelsine, welche besonders häufig gegessen wird.

Der gemeine Citroneubanm (Citrus medica) ursprünglich in Assen zu Hauke, wird aber jetzt am ganzen Mittelmeer anaepflanzt, hauptsächlich wegen des anaenehm säuerlichen Safts der Früchte. Die Frucht nebst der Blüthe ist ans der rechten Seite unter V abgebildet, eine durchschnit­tene unter c. Eine Abart davon find die Limonen.

Unter 4, e, f. sind Bliithen, Frucht und ausgeschnittene Frucht des gemeinen Granatban ms (Punic.a sranatnm) abgebildet. Der Baum ist 15 9 0' hoch und wächst am gan­zen Mittelmeer. Die Bliithen find bald einfach, bald gefüllt. Die Früchte sind zuweilen noch größer als große Aepfel. Man pstanzt den Baum sowohl wegen der Schönheit der Blumen, als wegen der Granatäpfel, die man jedoch nicht als eigentliches Obst betrachten kann, da sie fast nichts als eine mit Körnern ausgefüllte Schale sind, aus der man das wenige Mus an heißen Tagen zur Erfrischung aussaugt.

Unter g ist eine Feige abgebildet. Der gemeine Fei­genbaum (Ficus carica), 2030' hoch, wird wegen der süßen, kühlenden Früchte in allen Ländern am Mittelmeer angevsianzt. Angefädclt und getrocknet werden die Früchte in alle Welt versendet. Es gibt eine Menge Arten.

Tafel XV.

Linds. Die gemeine Dattelpalme (Pboenix daotylifera), welche in Nordasrika und den südlichen Ländern Asiens ange­pflanzt wird, ist einer der häufigsten und fruchtbarsten Bäume jener Länder, der namentlich die Bewohner von Arabien und Persien größtentheils durch seine Honigfriichte ernährt und gegen die heißen Sonnenstrahlen schützt. Von dem Ertrag der Datteln hängt das Wohlbefinden der Leute in jenen Ge­genden gerade so ab, wie bei uns von der Kornernte. Das glückliche Arabien hat von dieser Palme seinen Namen, weil die Bewohner mit den reichen Gaben derselben gesegnet sind. Sie wächst in brennend heißen Gegenden in schlechtem Bo­den, wo andere Pflanzen zu Grunde aehen; wo sie häufig und besonders fruchtbar ist, da ist Mangel an allem anderen. Man pflanzt sie häufiger durch Schößlinge als durch den Kern fort, am liebsten auf Ebenen, die man bewässern kann. Sie werden über 200 Jahre alt. Der Stamm besteht aus hol­zigen, durch schwammiges Fleisch verbundenen Fasern; von einem junaen Stamm kann man den inneren, zarten und fleischigen Theil ganz essen, von einem ältern nur den oberen. Man nennt dies das KopOnark oder Hirn. Die Früchte kom­men im März in großer Zahl aus lcdcrarti'ge» Scheiben her­vor; sie werden 1" lang und reifen, d. h? ihre Masse wird zu einem süßen Mus im August. Man nimmt sie gewöhnlich vor der völligen Reife ab und preßt ihnen theils den Honig­saft oder Syrup aus und bewahrt sie dann in Körben auf, tbeilö übergicßt man sie mit Syrup und macht sie zum Nach­tisch ein. Im Mai wandern die reichen Leute, um der Hitze