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zu entgehen, aus den Städten nach den Palmenwäldern, wie bei uns in die Bäder, unv bleiben daselbst bis in den Herbst.

Die gemeine Rollcidechse oder das Chamäleon ((.'lia- maeleo afrieaims) wird übet 1' lancj und lebt in Nordasnka und in dem heißen Asien. Es hält sich beständig auf den Bäumen und sitzt oft Tage lang unbeweglich auf einem Zweige. Um eine Miicke, Raupe oder Heuschrecke zu fangen, nähert es sich ibr langsam unv schießt dann seine lange, klebrige Zunge pfeilschnell nach ihr hervor; cs soll aber fast ein Jahr lang hungern können. Am bemerkcnswcrthesten ist bei diesem Thier der Farbenwechsel. Gewöhnlich ist es grün, .im Zorn dagegen bläst es sich auf und wird ganz schwarz; ein ander­mal wird es braun mit schwarzen Flecken und hochgelbeu Zeichnungen oder glänzend grün mit kupferrothen Flecken; im Schlaf ist es gelblich. Man erklärt diesen Wechsel aus dem Einschicßcn des BlntS in die durchsichtige Haut.

Der Schakal (Canis aureus) ist etwas größer als der Fuchs und bewohnt Nordafrika, das warme Asien und das südöstliche Europa. Sie leben gesellig und streifen des Nachts oft in ganzen Schaarcn, manchmal von Hunderten, auf Beute umher. Sie rauben Geflügel, Schafe u. dgl., wagen sich sogar in die Zelte und Häuser, unv schleppen- undLeder- waaren fort, selbst Brod, Käse, Obst; wegen ihrer Dreistig­keit sind sie schwer abznhaltcn. Ihr entsetzliches Geheul bei Nacht, das immer wieder mit Bellen unterbrochen wird, läßt die Leute oft nicht schlafen. Bei Tag sind sie still und lau­sen davon, sobald sie jemand sehen.

Rechts. In der Ecke links ist die gemeine Dintenschnecke (8epia officinalis) , welche sich besonders im Mittelinccr häufig findet. Der Leib ist spannenlang; auf dem Rücken liegt eine mürbe Kalkschale, welche unter dem Namen Weißfischbein (0« sepiae) bekannt ist. Das Fleisch ist hart und zäh und wird nur von armen Leuten gegessen. Ihre sogenannte Dinte wird von den Malern als braune Farbe angewendet. Zwi­schen den 8 langen Armen ragen 2 noch längere Fühlfäden hervor. Ihre Haut enthält eine Menge kleiner Höcker, welche sich beständig erweitern und verengern und dadurch einen auf­fallenden Farbenwechsel hervorbringen. Bei der Bisamscpie wird der Körper, wenn das Thier sich bewegt oder gereizt wird, auf einmal von dunkeln Flecken, ja oft ganz von einer schönen Rosenfarbe übergossen. Das dauert aber kaum eine Sekunde, und was jetzt hell ist, ist dann dunkel, der Rücken gelb und rothbraun, der Bauch metallisch blaugrün. Es gibt so große Dintcnschnecken, daß sie den Badenden gefährlich werden, indem sie dieselben umfassen und unter das Wasser ziehen.

Rechts ist die Tarantel (Lycosa tarentula') in natür­licher Größe dargestellt. Sie findet sich in der Berberei und in Italien. Man sagt, ihr Stich sey giftig und der Gesto­chene müsse unwillkürlich tanzen und könne nur durch Musik geheilt werden. Man hat jedoch keine zuverläßige Erfahrung, daß die.Tarantel jemand geschadet habe, und die ihrem Stiche zugeschriebenen krankhaften Erscheinungen kommen wahrschein­lich von andern Ursachen her.

In den wärmeren Ländern, auch von Europa, leben ver­schiedene Arten Scorpionen, welche andere Insekten mit den Scheeren packen, mit ihrem Stachel am Schwänze tort- stechen und aussaugen. Sie bringen lebendige Junge hervor, welche die Mutter lange Zeit ans dem Rücken herum trägt. Unter welchen Bedingungen ihr Stich größeren Thieren oder Menschen schädlich ist, hat man noch nicht genügend ermit- .telt. Ein von einem Scorpion gestochener Hund starb 5 Stun­den nachher unter Convulsionen, andere wurden ebenfalls ge­stochen, aber ohne alle nachtheilige Folgen. Wenn sie des Nachts aus ihren Schlupfwinkeln hervorkommen, so laufen sie meistens schnell herum, bewegen die geöffneten Scheeren hin und her, heben den Schwanz in die Höhe und sehen recht drohend und fürchterlich ans. Der hier abgebildete ist von der größeren Art, die gemeinen sind etwas kleiner.

Die Holzläuse, Termiten oder weißen Ameisen gehören in den heißen Ländern zu den fürchterlichsten Insekten, welche eS gibt, indem sie ungeachtet ihrer Kleinheit Balken durch­nagen und alle Vorräthe an Baumwolle, Wolle, Leder, Fleisch u. dgl. zerstören. Sie leben gesellig in ungeheurer Menge und bauen sich Erdhaufen, welche oft so groß sind, daß sie von der Ferne wie Hütten aussehen. Die gemeinen Ter­miten (Termes fatale) finden sich in Afrika, Indien und Südamerika. Die vollkommen ausgebildeten Männchen und Weibchen sind eigentlich die Könige und Königinnen, welche bloß für die Vermehrung des Stocks sorgen. Sic sind^ Zoll lang und bekommen Flügel. Die Larven oder die Arbeiter sind nur 3 Linien lang; sie sind es, welche die künstlichen Wohnungen und unterirdischen Gänge anlegen und erhal­ten. Die Soldaten, welche den Puppen der Ameisen ent­sprechen, sind Zoll lang; sie vertheidigcn die Andern und das Gebäude. Die aus Lehm gebauten hüttenartigen Nester sind 610 und mehr Fuß hoch und so hart, daß man darauf stehen kann. Zuerst sind cs nur ein paar zuckerhutähnliche Erhöhungen; allmählig aber kommen immer mehrere hinzu, bis endlich alle unter einer gemeinschaftlichen Kuppel verbun­den werden. In der Mitte liegt das backofenförmige Zim­mer für den König und die Königin mit 2 engen Ausgängen,

durch welche nur die Arbeiter und die Soldaten gehen kön­nen, nicht aber die Königin, welche zur Lcgzeit 1000mal größer ist, als jene. Rings herum sind unzählige andere Zimmer thcils für das Gesinde, theils Vorrathokämmern aus Thon, mit zusammengcknetctein Gummi angcfüllt, thcils Amuien- stuben aus zusammengcklebtem Holz, in welchen Eier und Jungen sind. Wie die Königin mehr Eier legt, wird ihr Ge­mach erweitert, die ersten Ämmenstuben werden eingerissen und in einer kleinen Entfernung- größere gebaut. Die Gänge laufen durch das ganze Gebäude und bis unter die Kuppel, welche durch Schwibbögen gegen das Einstürzen gesichert ist. Zur Lcgzeit wird der Hinterleib der Königin von Eiern so außerordentlich angefüllt, daß er-20,i)0>>mal größer ist, als der Hals sammt dem Kopf; das Inlett wird 3 Zoll lang und noch länger. Es stößt dann unaufhörlich Eier aus und eine Menge Arbeiter ist damit beschäftigt, sie in die Ammen­stuben z» tragen, wo die Jungen so lange ernährt werden, bis sie ebenfalls an den Arbeiten Theil nehmen. Die Arbei­ter kommen nicht an die freie Luft, sondern arbeiten immer unter der Erde oder unter den Baumstämmen, welche sie zer­stören. An der Grundlage eines Hauses graben sie mehrere Fuß tief hinab, dann unten durch und im Haufe herauf; oder sie durchbohren das Innere der Prosten, folgen den Holz­fasern bis an das Dach und füllen das Ansgehöhlte wie­der mit Lehm. Ein Dach, in welches sie sich einfressen, fällt in kurzer Zeit znsammeir. Kommen sie unter einem Koffer oder Schrank an, so fressen sie sich durch den Doven unv zerstören den Inhalt in einer Nacht. Wenn sie abgestor­bene Bäume angreifcn, so verzehren sie Alles bis auf die Rinde, wenn diese noch ganz und stark ist; wo nicht, so über­ziehen sie dieselbe mit einer Art Mörtel, als wüßten sie, daß der Baum cinstürzen wurde; schlägt man mit einem Stock daran, so zerfällt er in Stücken. Gewöhnlich höhlen sie lie­gende Stämme aus; steigt man zufällig darauf, so brechen sie ein, daß man ins Gebüsch stürzt und eine Wolke von Staub auffliegt. Schlägt man in ihr Nest mit einer Hacke ein Loch, so kommt nach wenigen Minuten ei» Soldat heraus, um zu sehen, was vergeht; bald folgen mehrere und endlich so viele, als die Bresche nur irgend dnrchlassen will. Ihre Hitze und Wnth ist unbeschreiblich, sie beißen, weil sie blind sind, in jedes Ding, an das sie rennen, wodurch ein lautes Geräusch entsteht, wie das Picken einer Taschenuhr. Bekoin- men sie das Bein eines Menschen zu packe», so saugen sie 6mal so viel Blut aus, als sie selbst wägen, und beißen sich so fest ein, daß sie ihren Platz nickt verlassen, auch wenn man sie entzweireißt. Weicht man ihnen aus, so ziehen sie sich nach einiger Zeit zurück; dann konimen die Arbeiter zu Tausenden mit einem Klumpen Mörtel im Maule, um die Bresche anszubessern, und in ganz kurzer Zeit sieht man un­geachtet der Verwirrung einen Wall hervorstcigen, der die Bresche wieder ansfüllt. Unter lOOO Arbeitern sieht man hie und da einen Soldaten herumschlendcrn, der sich nie um den Mörtel bekümmert; er stellt sich dicht an den Wall, dreht sich nach allen Seiten um, und beißt alle 2 Minuten auf das Gebäude, wodurch ein Sckall entsteht, der von den Arbeitern mit einem lauten Gezisch erwiedert wird; sie verdoppeln dann idre Schritte und arbeiten schneller als vorher. Stört man sie wieder, so ziehen sich plötzlich die Arbeiter zurück und die Soldaten sind in wenigen Secundcn wieder da, um sich zu wehren. Uebrigens werden die geflügelten Termiten in manchen Gegenden als Leckerbissen angesehen und geröstet und gebacken wie Zuckcrbrod gegessen.

Rechts unten ist das edle oder B l u t c o ra l l (Isis no- 1)i 1 is) abaebi'ldet. Es gibt eine Menge Arten von Corallen. und man ist lange über ihre eigentliche Natur im Dunkeln gewesen; bald hielt man sie für Pflanzen, bald für Steine. Sie sind die Wohnung und das Produkt von Polypen, klei­nen, kaum 1 Linie, langen Zhierckcn, die fast nur ans einem Darm und Fnhlfäden bestehen. Die Kcrneorallen. zu welchen das abgebildetc gehört, bestehen ans einem ästigen, dickten Stciustamm mit einer schleimigen Rinde, und in dieser befin­den sich die Polypen. Die letzteren bestehen aus cinein gal- lertartigen Sack mit 8 gewimverten Fühlfäden. Die jüngerii gleichen einer gallertartigen Warze mit einein einzigen Poly­pen, welche allmählig in die Höhe steigt und die sich zu Stein verhärtende Masse nach innen absctzt. Die dünneren Zweige sind an ihren Enden weich, da sich die Kalkerbe in der gal- lertartiaen Masse nur allmäblig vermehrt. Das Blutcorall findet sich fast nur im Mittelmeer, vorzüglich an der afrika­nischen Küste, wo cs mit einem breiten Fuß auf Felsen in großer Ticke wächst. Die weiche Rinde trägt die Polypen in Warzen oder Zellen, nickt größer als ein Hirsenkorn, anS welchen sie wie kleine Blumen hervorragen Nimmt man ein frisches Corall ans dem Wasser, so ziehen fick die Polypen nicht zurück, sondern hängen wie Flocken Rahm herunter. Aus den dickeren Zweigen macht man allerlei Zierrathen, Knöpfe, Armbänder u. dgl., welche in China und Ostindien sehr geschätzt sind; dorthin werden sie daher auch am meisten' Verführt. An den afrikanischen Küsten sind manchmal Hun­derte von Barken, welche die Coralleufischcrei treiben, beson ders sardinische.