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eine kleine Betrachtung machen, und sehen, welche tugendhafte Lehren wir davon entnehmen können.
Wohl gibt die Thora an, daß Moses gestraft wurde, weil er zum Felsen nicht geredet hat, daß er Wasser gebe, sondern denselben geschlagen.— Die Frage ist aber: macht denn das Reden das Wunder großer als das Schlagen? Allein hierin liegt ganz ein anderer Sinn ner- borgen. Die Kinder Israel hatten sich zur da- mahligcn Zeit gegen Gott sebr vergangen; sie dachten nähmlich, nachdem Moses ihnen schon Wasser verschafft hatte, daß er einen bestimmten Felsen gehabt habe, von welchem er Wasser stießen ließ, von einem andern aber hätte er dieses nicht Hervorbringen können. Dadurch zweifelten sie an der Allmacht Gottes — die ganze Nation wurde also gestraft mit dem, daß man ihnen den großen Führer, den guten Hirten wegnahm; aber nicht, daß Moses wegen eigenen Vergehen'gcstraft wurde. Zwar könnte man einwcnden: Gott, der allbarmherzrge Vater, hätte sollen mit seinem Volke, welches er immer als Kinder behandelte (denn so heißt es 5. Mos. 1 ,3 1 : Wie ein Mann trägt seinen Sohn*), Nachsicht haben, wie ein Vater sich über seinen Sohn erbarmen, und so hätte der Allmächtige doch zulassen sollen, daß Moses das Volk über den Jordan führen sollte? Allein der
*) Kaascher jisza isch clli beno.

