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diesem Falle ihnen und ihren Kindern ein Dienst erwiesen werden solle, nicht aber sie zu einem Dienst aufgefordert wurden, kostete es geraume Zeit und nicht weniger Mühe. Wild's Mutter hatte eines Nachmittags alle Frauen des Dorfes, welche kleine Kinder hatten, um sich versammelt und ihnen das einfache Anerbieten gemacht, die Kleinen, während die Eltern auswärts arbeiteten, zu versorgen; allein die Mehrzahl hatte es vorgezogen, beim Alten zu bleiben, und die Kinder sich selbst zu überlassen. Nicht weil sie es für besser hielten, sondern darum, weil es das Alte, das Bekannte war. Die armen Weiber waren nicht gewohnt, daß man unaufgefordert sich gedrungen fühlen könne, ihnen Wohlthaten zu erzeigen, und nahmen nur an, die Herrschaft müsse einen eigenen Vortheil dabei im Auge haben. Sie grübelten daher mit Mißtrauen, welches dieser Vvrtheil seyn möge, den man anö ihren Kinderchen ziehen könne. Als Max bemerkte, wie seine Mutter sich vergeblich bemühete, den guten Frauen eine andere Meinung beizubringen, sprach er: „Ach wie oft, liebe Mutter, machen wir selbst es so. dem Herrn gegenüber, der uns mit Wohlthaten überhäuft und seine freie Gnade uns anbietet; aber wir nehmen sie nicht an, weil wir meinen, er verlange dagegen zu viel von uns!" — „Nun so will ich auch mit diesen armen Mitschwestern sowenig die Geduld verlieren, als der Herr mit uns," entzegnete die würdige Matrone und eilte auf's Neue durch die Reihen der.Frauen, die theils verlegen, theils ganz gleichgültig, theils auch trotzig dastanden. „Die ersteren werden sich wohl am leichtesten ergeben," meinte Max; „sie sind den schüchternen Frommen zu vergleichen, die aus übertriebener Demuth sich nickt die Gnade des Herrn anzueignen wagen; in den Gleichgültigen sehe ich die Selbstgerechte»; die sind schwerer zu gewinnen, aber am schwersten jene Trotzigen, unter denen ich mir Ungläubige denke." — Nach und nach sahen aber doch Alle ein, wie sowohl ihnen wie ihren Kleinen die neue Anstalt, die bald von 3 Kindern auf 22 stieg, nur Gewinn sey; ein altes Mütterchen fand nun auch seinen Unterhalt, dem das Amt

