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wirklich das Gutseyn jetzt gar zu leicht gemacht, denn wie sie an des theuren verehrten Mannes Seite keine andere als gute Ansichten aufnehmen kann, so vermag sie auch keine andere als gute Werke zu wirken. Es ist nicht etwa nur eine bildliche Redeform, daß ausgezeichnete, christlich fromme Menschen mit einer reineren moralischen Atmosphäre umgeben sind; nein, es ist Wahrheit; wie die leblose Natur den Sündenfall der Mensch­heit milzubüßen hat, so vermag auch der durch die Erlösung zur Heiligung gelangte Mensch die Schöpfung um sich wieder zu veredeln, und in Denen, die Gott seines nähern Umgangs würdigt, einen höhern moralischen Pulsschlag zu bewirken. Diese moralisch reine Atmosphäre ist für die Ruhe des Gemüthes, den Frieden des Herzens, die Heiterkeit der Seele, dasselbe, was ein gesundes Klima für den physischen Menschen ist. In dieser wohlthätigeu Atmosphäre lebte jetzt Thekla und oft sagte sie, daß sic einen Vorschmack himmlischer Seligkeit zu empfinden meine. Aber auf Erden soll kein vollständiger Himmel seyn; er ist begränzt, wie der, den die spielenden Knaben im Sande bezeichnet, und wie diese auf einem Beine schwankend, erhält der Mensch sich nur schwer in demselben; so soll es hienieden seyn, damit die Sehnsucht nach dem wahren Himmel nie erlö­sche in des Christen Brust.

Nachdem unsere Wanderer rüstigen Schrittes bis an das Ende des Dorfes gelangt, öffneten sie die niedrige Thüre eines kleinen Häuschens; ein altes Mütterchen trat ihnen entgegen, und wie wenn man eine Büchse mit Quecksilber öffnet, so rollte ihr nach eine Menge kleiner lebendiger Kügel­chen, nicht minder schnell als jenes bewegliche Metall: es war die Kleiukinderschule, in der Max und Thekla mehrmals wöchent­lich ihren Besuch machten, um diese künftige Generation sich zu befreunden, und ln ihren Fortschritten zu beobachten. Es hatte nicht geringe Mühe gekostet, bis dieß kleine Institut in's Leben trat; denn ehe die Väter und Mütter begriffen, daß in