IV
Nr. 189 eingeschalteten nichtpolitischen Nachricht hat man Gelegenheit sich zu überzeugen, daß vom Jahre 1834 bis 1837 die Bevölkerung im Königreiche Böhmen, obgleich die Cholera in diesen Jahren viele tausend Menschen hinweggerafft, dennoch um 1,093.067 Seelen — der Stand des Schafviehes jedoch nur um 34.776 Stücke gestiegen. Einem rationellen aufmerksamen Oekonomen wird beim Durchlesen dieser geschätzten Zusammenstellung die bedeutend geringe Vermehrung des Schafviehes nicht nur höchst auffallend erscheinen, sondern er wird dieses sowohl für einzelne Staatsbürger als auch für den Staat selbst höchst nachtheilige Uibel einer zu eruirenden Ursache zumeffen, welche dermalen in der zweckwidrigen, oft entgegengesetzten Pflege, Wartung und Behandlung der Schafe liegt, und wodurch alljährig ein unberechenbarer Schaden erwächst.
Obgleich man hie und da Schäfereien findet, wo die Schafzucht regelrecht, rationell und somit dem wahren Zwecke entsprechend betrieben wird, so muß gegenwärtig dennoch eine solche Schafwirthschaft als eine Seltenheit betrachtet werden, und man muß leider zugleich gestehen, daß oft ein rationeller Schafzüchter durch Nachlässigkeit und nicht selten sträfliche Ignoranz seiner irrationellen Nachbarn — die ihre Schafe naturwidrig zu pflegen gewohnt sind, ihre oft ausgiebigen Hutweiden schlecht oder auf eine total konträre Art und Weise benützen, die ausgebrochenen Krankheiten entweder gar nicht oder auf eine zweckwidrige, ruinfördernde Weise kuriren, und

