Der Schafmeister muß es sich angelegen sein lassen, daß aus den Knechten ebenfalls thätige, rechtschaffene und brauchbare Schafmeister werden. Er muß daher vor allem darauf sehen, daß sie einen sittlichen Lebenswandel führen, und sich, wenn sie dann und wann beim Vieh nichts zu thun haben, im Stalle oder bei Hause halten, und sich stets mit etwas Nützlichem beschäftigen. Hauptsächlich können die Knechte zur Ausfertigung der Schafraufen und Hurten, die gewöhnlich von den Zimmerleuten verfertigt werden, verwendet und somit dem Herrn die baaren Auslagen erspart werden.
Die Schafknechte müssen das ganze Jahr hindurch im Schafstalle, und zwar jeder bei seiner Heerde schlafen, damit, wenn sich irgend etwas Nachtheiliges ereignet, gleich Jemand bei der Hand ist; wovon sich der Schafmeister öfters in der Nachtzeit zu überzeugen und darauf zu sehen hat, Paß im Stalle, in der Schupfe und auf dem Heu- und Strohboden durchaus kein Tabak geraucht und jederzeit mit Feuer und Licht vorsichtig umgegangen werde. Sollte jedoch in der Nähe Feuer ausbrechen, so ist vor allem andern dafür zu sorgen, daß das Schafoieh gerettet und an einen sicheren Ort so schnell als möglich getrieben werde.
Uiberhaupt liegt dem Schafmeifter ob, seinen Knechten jederzeit, besonders aber während der Weide, bei der Fütterung und beim Tränken fleißig nachzusehen, und.die Vorgefundenen.unbedeutenden Gebrechen sogleich selbst abzustellen, die bedeutenderen 'aber seinem Vorgesetzten zur nöthigen Abänderung anzuzeigen.

