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4. Das Merinoschaf.-

- - Dieses zeichnet sich hauptsächlich durch seine feine, mehr kurze als lange, gekräuselte Wolle vor allen andern Schafarten wesentlich aus. Diese Wolle eignet sich besonders zur Bereitung des feiner gewalkten Tuches, wozu sie nicht mit langgezähnten Kämmen gekämmt, sondern mit Krämpeln gekrämpelt wird. Im allgemeinen verlangen die Meri­nos besonders eine hohe, trockene Weide, .und'gedeihen am besten bei weniger üppig gewachsenem Futter. Eine besondere Eigenheit des Me­rinoschafes ist es, daß solches größtentheils die Zähne späterhin wechselt, daher sich auch später ausbildet.und den Begattungstrieb später äußert. Indessen kann, wie schon früher bemerkt, eine kräftige Nahrung eine- frühere Ausbildung bewirken. Dagegen wird dieses Schaf auch älter und lebt länger; und wenn es auch ungewöhnlich ist, daß einzelne Schafe ihre sämmtlichen Zähne bis ins fünfzehnte Jahr behalten und ge- . sunde Lämmer liefern, so kann das reine Merinoschaf doch sehr gut bis ins zehnte Jahr beibehalten werden. Auch durch ihr Temperament zeich­nen sich die Merinos aus, sie sind träge' und schon als Lämmer weniger munter; auch hält man sie namentlich deßhalb für einfältiger,

- als das gewöhnliche Landschaf, weil sich die Mütter ihre Milch von fremden Lämmern aussaugen lassen. Es kommt daher hier viel darauf an, gleichzeitige und gleichstarke Lämmer beim Saugen nicht abzu-. drängen. Das harzige Fett, womit der Körper der Merinoschafe mehr wie jener der gemeinen Schafe eingestrichen erscheint, ist kein eigent­liches Kennzeichen dieser Race; denn die Haarwurzeln aller Schafe haben fettabsondernde Drüsen. Weil aber das Merinoschaf viel dichtere Wolle hat, als das gemeine Schaf, und daher bei dem Ersteren eine Haarwurzel dicht an der andern steht, so muß auch mehr Fett abge­sondert werden;. und da ferner der dichte Stand der Wolle das Ver- . dünsten oder Auswaschen des Fettes hindert, so erhält sich dasselbe bei den Merinoschafen in bedeutenderer Menge am Grunde der Wolle, als bei den Schafen mit grober und dünnstehender Wolle.

Die Merinos theilt man wieder in zwei Hauptracen, nämlich: in die vielw.ollige, auch französische, Jnfantado- oder-Negrettirace ge-