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Dieses sind die sogenannten vier Einlegestücke. Und wir fragen nun: sind diese in den Gang des Stückes so eingreifenden, dem Geiste des Ganzen entsprechenden und zum Theil sogar durch die Situation als nothwendig befundenen Tonstücke, sind sie als Einlegestücke im gemeinüblichen Sinne des Wortes zu achten? etwa wie eine Arie von Rossini, welche ein Sänger in eine Oper von Weber einlegt, um sich darin produ- ziren zu können? — Wer hat uns das Recht, wer die Verwegenheit verliehen, solche vom Cvmponisten selbst in seine Oper eingesügten herrlichen Musikstücke auf unfern Bühnen fast nie singe» zu lasten und ebenso auch sie in unfern meisten Clavierauszügen zu unterdrücken? ES erscheint aber insbesondere auch darum um so sugloscr, sie alS solche zu behandeln, wenn man die urkundliche Geschichte ihrer Entstehung betrachtet.
Hierzu gibt uns Mozart's eigenhändiger Katalog den Stoff. Wir finden in demselben, als Nr. 67. unterm 28. October 1787 die Oper: Don Juan eingetragen als auS 24 Stücken bestehend — und dann unterm 24., 28. und 30. April des folgenden Jahres als Nr. 79, 80 und 81 de? Katalogs die erwähnte Arie Ottavio's, das Duett der Zer- line mit Leporello und die Scene der Elvira.
Hier also für's erste der Beweis, daß diese drei Stücke keineswegs als einzelne Einlegestücke componirt worden sind, sondern daß Mozart, kurz nachdem er die aus 24 Stücken bestehende Oper eingeschrieben hatte — diese drei Stücke auf einmal und unmittelbar nacheinander, innerhalb sechs Tagen und also nach einem zusammenhängend gedachten Plane seinem Werke einfügte, demnach keineswegs einzeln als leidige Einlagen, um etwa der Prätension heute dieser, morgen jener Sängerin genug zu thun. —
Fragen wir aber ebenso nach der Entstehungsgeschichte der Abgangs-Arie des Ma- setto, so finden wir diese im Kataloge gar nicht eigens angeführt und hierin also den Beweis, daß dieses Stück sogar schon unter den ursprünglichen 24 begriffen sein muß, womit die Zählung derselben auch ganz gut übereinstimmt.
Und noch einmal fragen wir nun, auch nach diesem Allen: wie ist es zu verantworten. daß in so vielen unserer Clavierauszüge alle diese Stücke geradezu auSgelasten sind, als ob sie gar nicht eristirten und daß unsere Theater-Dicectivnen sie bei den Aufführungen so häufig, ja beinahe gewöhnlich geradezu auslasten, so daß ein großer Theil des Publikums wohl gar nicht einmal weiß, daß sie eristiren, (gerade wie es großentheilS gar nicht weiß, daß bei den Aufführungen des Don Juan vom letzten Finale gemeinüblich ein ganzes langes Alleg™, ein großes ausgeführtes Larghetto und ein langes Presto finale weggestrichen wird).
DaS also ist die Ehrfurcht gegen Mozart, welche unser Zeitalter so unausgesetzt im weit aufgesperrten Munde trägt, indeß man, dicht neben dem Schwalle specieuS klingender Wortmacherei in der Wirklichkeit ganze, seinem eigenhändigen Kataloge zufolge, undezweiselt ächte Tonstücke, welche er nach überdachtem Plane zu integrirenden Theilen seines höchsten dramatischen Werkes, seines Don Juan, gemacht hatte, ihm will« kührlich frevelnd wegstrcicht, und sich vermißt, darüber adzusprechen, es sei bester, sie wegzulaffen — wegzulasten nicht blos aus der Bühne, sondern selbst auch in gedruckten Ausgaben." —
lieber eine angemestene Bühnen - Darstellung des Don Juan haben sich in neuester Zeit mehrere öffentliche Stimmen ereifert, so z. B. der bekannte Anti-Zukünftler vr.Di o l in Breslau in der Einleitung zu seiner neuen llebersctzung des italienischen Tertes

