fum nicht ertragen konnten; sondern als eine gänzliche Entkräftung und Zernichtung des göttlichen Heilsplans betrachteten» Glaube an Jesum allein als die wirksame Ursache unserer Erlösung und Seligkeit, strahlet als der vorzüglichste Diamant in dev Krone der Reformation.
So sehe ich es für überflüßig an, diese Grundma^ime hier mie weiterer Ausführlichkeit zu beweisen. Desto nörhiger und fruchtbarer aber möchte es ftyn, die Natur und das Wesen dieses Glaubens recht auö dem Grund zu erforschen und es in das Licht zu stellen, was für ein Glaube eigentlich damit gemeint sey.
Nun aber, indem wir die Schriften deS neuen Bundes mit Aufmerksamkeit lesen, so fällt e6 überall in die Augen, daß an Jesum glauben, nichts anderes heiße, als diesen Jesum von Nazareth, den die Juden auf Anstiftung ihres Raths und Priesterschaft, mit Bewilligung^ deS römischen LandpstegerS PontiuS Pilatus als einen Gotteslästerer und Aufrührer eben deswegen gekreutziget haben, weil er sich für den Sohn Gottes, für den verheissenen Meßiaö ausgegeben.—Diesen Jesus von Nazareth, der Schmach des Kreutzeö ungeachtet für den Sohn Gottes, für den verheissenen Meßias und Weltheiland anerkennen, heißt an Jesum glauben; und diesem Glauben, wenn er aufrichtig und herzlich ist, wird unsere Seligkeit ganz allein zugeschrieben. Dies ist die grosse Evangeliumswahrheit, ja diese Wahrheit ist das ganze Evangelium. Die ganze freudige Bothschaft Gottes an die Sünder, beruhet ganz allein auf dieser Wahrheit; Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben, Joh. 3, 16. Wer diese Wahrheit anerkennet, und den Herrn Jesum mit einem aufrichtigen, sich unterwerfenden Herzen, so als den Sohn Gottes, den Weltheiland annimmt, der ist auch von ihm als der Seinige anerkannt und angenommen. Niemal hat der Herb Jesus einige Seele, welche in dieser aufrichtigen Gesinnung zu ihm kam, von sich gestoßen. Niemal wird er eine solche Seele von sich stossen» Darinne aber bestehet unsere Seligkeit, daß wir von Jesu als die Seinigen anerkannt, und so eines mit ihm im Geiste sind. Denn wer ihn immer so annimmt, der wird eben darinne durch den Geist zu einem Kind Gottes wiedergeboren, und ist anjetzs sine neue Kreatur, ein Kind und Erbe Gottes,» und Miterbe Jesu Christi; da er vorhin unter dem Fluch der Sünde lag, jetzt aber ist er begnadiget, und ein Günstling des Vaters, so wie er ein Mitglied an dem mystischen Leibe Jesu Christi ist. Der Vater aber'hat sein Wohlgefallen an seinem Sohn. Alles was dem Sohn anaehöret; sein ganzer mystischer Leib ist auch dem Vater wohlgefällig und angenehm: und das ist nun der Grund des ewigen Lebens. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum erkennen, Joh. 17, Z. Andere Annahms-

