Briefe an die Engel von Ephesus, Smyrna, rc. zr
Die zehn Tage, V. io. scheinen eine deutliche Anspielung auf die zehn grosse heidnische Verfolgungen, oder auch auf die letzte derselben, die Dioklerianische, welche zehn Jahre dauerte, zu seyn
Die Juden trugen durch ihre Lästerungen gegen die Christen nicht wenig dazu bey, und waren meist die ÄufKetzer der Heiden, V. 9;
Da seufzre die Kirche wohl unter ihrem hülfflosen Srand, indem die Weltmacht so ganz gegen sie gewandt, und ihr Beschützer verborgen war; und über ihre mannichfalcige Trübsalen, die sie so zu dul« den hatte.
Vor Gotr aber war sie doch noch immer so arm nicht, ja sie besaß noch einen Schatz der Gottseligkeit, und des göttlichen Lebens. Sie litt auch keinen wahren Nachcheil von all den blutigen Verfolgungen. Aus dem Blut der Märtyrer erwuchsen immer neue und zahlreichere Christen, und zwar Christen von dem nämlichen edeln Geist, oft sich selbst freywillig zur Marter darbietend. So ward daö Blut der Märtyrer sprüchwortSweise zum Saamen der Kirche.
Indessen wird dieser Kirche die Krone des Lebens sie zur Standhaftigkeit aufzumuntern fürgehalten, V. io. So wie auch der Titel, den sich der Herr beyleget, V. 8 . den nämlichen Zweck har, denen Mutb einzuflössen, die ihr Leben so darzulegen haben würden, wissend daß der, der das nämliche Schicksal erfahren hatte, aber als Sieger doch von den Tobten wieder aufstund, auch sie, wenn gleich dem Leibe nach dem Tod heimfallend, wieder zum Leben er- 'weÄen könne.
In der nächsten Kirchenperiode wird der Grund zu dem tobten Namenchristenchum gelegt werden, worunter viele wirklich dem zweyren Tod heimfallen, K. 19, 20. K. 20, 14. K. 21, 8. Wer aber treu am Herrn hanget und harret, hat nichts hievon zu besorgen, denn solche sind in das Lebensbuch des Lammes eingeschrieben. Das will die Verheißung an den Ueberwinder sagen, V- n.
3. In der Pergamischen Periode steiget die Kirche äusserlich zu hohen Ehren, und dev Christenname setzt sich mit Konstantin auf den Thron der Weltmacht, den Thron des römischen Reiches; die ganze gesittete Welt damal begreifend. Das war ein Jubel unrer den Christen. Das war bey vielen der Anfang des tausendjährigen Reiches. Satan war so in einer Gestalt, in der Gestalt des Heidenthums vom Thron gestürzt. Aber in einer anderen Gestalt, in der Gestalt des Karholicismus nahm er nun recht mitten unter diesen Christen, mitten in PergamuS seinen Sitz. Aber wenige nahmen dieß gewahr, darum wird es die Kirche hier V. 13. ausdrücklich erinnert, und sie darüber gewarnet.
Diese Kirche hielt sich wohl feste an den Namen Christi, aber daS Wesen ließ sie fahren, V. 13. und eben so entstund die Namenkirche, und setzte sich als das wahre Babel auf das siebenköpfige Thier, K. 17. wo wir sie später hin finden werden, wenn sie je in ihrer Wildniß auszufinden ist. Sie hat den Glauben an Christum nicht verleugnet, und das ist es auch alles, eben dieser Maulglaube, was sie durch die schwere Verfolgungen durchgebracht hat, in welchen Ver-r

