Brief an den Engel zu Gardis und Philadelphia. 57
wichen worden, den Fehler zu bereuen, und abermal zu reformi- ren, V. 3.
Wo dieser gute Rath verachtet werden solte, wird der Herr mit der Züchtigung nicht auöbleiben. Sein kommen dürfte aber unvermerkt seyn, wie des Dieben in der Nacht, den man eben darum nicht gewahr wird, weil man schlafet, ob er gleich bereits im Hause ist, und eö beraubet. So dürfte diese Kirche, was sie immer für einen besondern Namen haben mag von der Zahl 666 , ebenfalls unvermerkt, indem sie nicht wachet, alles Guten beraubet werden, und beym Erwachen ihr Haus leer finden, und der Herr, der mit der Züchtigung da war, von ihr mit seiner Gnadengegenwart gewichen seyn, V. Z.
Inzwischen hat es doch treue Seelen in Sardis, wenn ihre Namen gleich bey dem Christenpöbel dieser Zeit, bey den Namenkirchen vielmehr alö verdächtig angeschrieben sind, die der Herr als die seinige erkennet, und die ihm in weiß gekleidet, im Schmuck seiner Gerechtigkeit und wahrer Gottseligkeit Nachfolgen, und die er als Würdige bey und um sich haben will, als die Werkzeuge, wodurch er seine Rathschläge ausführet, und seine Siege erobern wird, K. 14, r. ib. iy, 14. ib. 7, 14. ib. Z, 4.
Diese Periode schließt sich an die Philadelphische an, und fliestet vielleicht zum Theil mit ihr zusammen. Gegen das Ende derselben hin wird daö Namenchristenthum, der Maulglauben, und die Thiereö und ThiereöbildeSanbetung ein Ende nehmen, K. 14. ib» 20. ib. 19, 20. ib. 18, 8- Die in Treue Ausharrende werden die im hochzeitlichen Kleid erscheinende Hochzeitgäste des Lammes seyn, K. 19, 7-ib. 19, 8. wie die Braut in weiß gekleidet, K. Z, 5. Eö sind dies lauter wahre aus dem Geist Gottes wiedergeborne Christen und Kinder Gottes, deren Namen wirklich im Buch des Lebens stehen, V. Z. Ihr wahrer Character wird anerkannt, nicht mehr bezweifelt werden. Der Herr erkennet sie als die Seinigen vor seinem himmlischen Vater, und er wird sie auch kennbar genug vor der Welt machen. Man wird sie nicht mehr Ketzer und Abtrünnige heissen, sondern ihnen ihren rechten Namen geben, V- 5.
6. Die Philadelphische Periode wird eintreten, wenn durch die Predigt deö ewigen Evangeliums Babylon zum Fall gebracht, die Erde vom Wahrheitslicht recht erleuchtet, K. 18, i. 2. und alle an- tichristische Tyranney mit dem Thier und dem falschen Propheten gestürzt seyn wird, K. 19, 20. Da läßt sichS hoffen, indem die Reiche der Welt nun durch aufrichtige Unterwürfigkeit zu Christi Reich umgeschaffen sind, oder werden, K. 11,15. K. 19, 6. Daß vernünftige, wahrhaft christliche, auf Recht und Billigkeit gegründete Regierungen und Regierungsformen dürften eingeführt werden, und ungekränkte Gewissensfreyheit und wahre Bruderliebe der herrschende Character dieser Periode seyn werden. DaS hieß nun das tausendjährige Reich, daö sich die Phantasie allzufleischlich auszumahlen nur gar zu sehr geneigt ist.
Da nun so viele von den Verheißungen und Weissagungen des Herrn erfüllet find, da§ ewige Evangelium die Menschen wieder
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