5<5 Aapitel z. Oers
Das edle Knablem, von welchem die herrliche Gebärerin K. 12, entlediget wird, wird sich dann auf der Erde sehen lassen; die chnst» liche Freyheir wird zum Vorschein kommen, eben sie, so wie sie bestimmt ist, alle Nationen mir ihrem eisernen Scepter, mit Festigkeit zu beherrschen, und alle fleischliche Weltpolirik wie Hafnergeschire zu Scherben zu zerschmeissen, V. 26. 27. Ps. 2, y.
5. In der Saudischen Periode werden^die vorhergehenden Drohungen und Verheissungen in wirkliche Erfüllung gebracht. Ie- zabel wird in das Krankerlbett geworfen, und in der Reformation gehet der Morgenstern auf. Allein aus grossem Mißverstand ward der Morgenstern von vielen für die Sonne selbst, und die schwache Lichcesdammerung für den Hellen Tag gehalten.
Obgleich die geist- und leblose Namenkirche so lange schon tyran- nisirr, und der Herr seiner Kirche wie vergessen zu haben scheinet, lebet der doch noch, der die Geistesfülle empfangen hat, der jeder der sieben Kirchenperioden mit dem ihr angemessenen Geistesmaaße gegenwärtig und nahe ist, und immer noch die sieben Sterne in seiner rechten Hand halt, das Lehramt in der Kirche unter seiner Aufsicht hat, und zu Erreichung seines grossen Zwecks zu leiten weist, und als solchen kündiget der Herr sich in dem Eingang dieses Briefes an, K. 3, i.
Der Morgenstern ist bereits aufgeganqen. Aber es folgen auf ihn wieder neue, flnstere, und verflnsternde Wolken, und die Neigung langer zu schlafen ist die allgemein überwiegende. DaS ganze Reformationswerk ist schwach; und viel von Fleisch und Blut herrührendes mischet sich mir Gottes Werk, das alles das Göttliche, was eben wie ins Leben zu kommen schien, wieder in den Tod bringen dürfte. Daher ist die Ermahnung zur Wachsamkeit, und dem guten Anfang mit besserer Kraft nachzuhelfen, daß nicht eine tödt- liche Ohnmacht überhand nehme, und all die schöne Hofnung ohne viel Frucht hinter sich zu lassen, verschwinden möge, D. 2.
Wenn gleich viel LarmenS von diesem Unrathauskehren gemacht worden, so hat doch der Hausherr, da er herein kam, gefunden daß noch viel Unrath zurück geblieben. Er hat das Werk vor Gocc ge- prüfer, und es mangelhaft, nur wie halb gethan gefunden, V. 2.
Ja, K. iZ, ro. u. f. kommen noch viel schwerere Beschuldigungen gegen diese zum grossen Theil mißlungene Reformation vor. Da wird sie beschuldiget, daß sie die Thiereeanbetung selbst auch ihrerseits befördert, und sich der nämlichen Macht wie das Thier selb- sten angemasser, und ein, zwar lebloses Bild des Thieres, zum nämlichen Anbetungszweck aufgestellet, und ihm auch etwas von Leben gewußt habe beyzubringen.
Hier aber K. Z, Z. wird die Reformation vielmehr auf ihren ersten Anfang zurück gewiesen, und sich an die grossen Grundwahrheiten von wo sie ausgegangen, fest zu halten, namllch auf einfältigen herzlicken Glauben an Iesum, als die einzige Seligkeitsquelle und Bedingniß, und auf Gewissensfreyheit zu halten. Denn diese bevde Dinge waren das Sciboleth der anfangenden Reformation. Sich hievon nicht abwendig machen zu lassen, svferne aber hievon abge-

