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satz, daß es vor Gott nicht recht noch erlaubt sep das Evan» gclium 3U predigen, um von dem Evangelium zu leben, als richu. es ist, daß wer das Evangelium prediget, auch vom Evan- geliuln leben möge.
Das Pre igtamt war niemal zu einem Brodgewerbe vom Herrn vermeint noch gegeben. Ein Prediger muß bessere Beweggründe haben, die in der Wahrheit vor Gott bestehen, oder er ist ein elender Miethling, von dem die Schrift uns durchaus keine Treue erwarten laßt. Aus dieser Ursache haben wir so viele blinde Führer, we che selbsten den Weg des Heiles nicht kennen, indem ste nie durch die neue Geistesgeburt vom Tod zum Leben hindurch gedrungen, und also wohl denselben auch niemand zeigen können. Indessen hatten sie'etwa Gaben zum Reden, wie dann einiger Mensch mehr oder weniger derlei) Gaben har, wenn er sie üben will, und so ergriffen sie das Predigen wie ein anderes Handwerk, ja als ein bequemeres, geehrtereö und mehr einbringendes Handwerk, als einiges anderes, und treiben eö so handwerksmäsig, zufrieden wenn sie nur einen guten Taqlohn machen, und Abgang ihrer Waare finden; bekümmern sich übrigens wenig darum, wie die Seelen unter ihrer armen und frostigen Pflege im göttlichen Leben gedeihen, oder ob sie im Tode erstarren, oder wohl gar nie zu einigem Leben kommen, welches wohl meist der Fall, und die wahre, obwohl nicht die einzige Ursache ist, warum wir so viele leere Namenchristen, und so wenige aufrichtige Christusverehrer haben.
Diese Leute werden schwer zu bereden seyn, ihr in ihren Augen gutes Handwerk niederzulegen, und eine andere ehrliche Handthie- rung zu ergreifen, ob dieses gleich das einzige Mittel seyn möchte ihre eigene Seelen zu retten, und der entsetzlichen Bürde von Verantwortung, die sie täglich noch mehr auf sich laden auf den grossen Tag des Zorns des Allmächtigen, sich zu entladen, wenigst solche nicht weiter anzuhäufen.
Die Lage dieser Männer, in welche sie oft so, sie wissen selbst nicht wie, in der Unwissenheit und Blindheit hinein gerappet sind, ist über alle maassen bedauernswürdig. Mein Herz blutet, und bebet und zittert für sie. Sie sind schon sozusagen, wie mit den Banden des Todes und der Hölle gefesselt, und so fest gefesselt, daß e6 ihnen, indem sie immer mit Fleisch und Blut zu Rache gehen, wie unmöglich scheint, dieselbe zu zerbrechen.
O! daß der Herr ihnen gnädig seyn wolle! o daß er sie doch selbst allfoderst ihres grossen Fehltritts überzeugen, und sie in Reue und Busse zerschmeltzen, und durch dieses Bad zur Wiedergeburt bringen möchte!—Aber o! wie manche bedenken es nicht! Wie manche ersticken die Ueberzeugungen und Regungen des Geistes Gottes, die sich von Zeit zu Zeit so in ihrem Innern verspüren lassen, bis endlich daS Gewissen wie mit einem glüenden Eisen versengt, todt und unempfindlich wird. Der nagende Wurm wird wohl auch nicht selten in starkem Getränk ersäuft. Allein er stirbt nicht weiter, als so zum Schein. Jenseits dem Grab noch lebet er, und wird ewig nicht zu nagen aufhören.—Von diesen armen, und unseres allersei-

