kigen Mitleidens so höchstwürdigen Lohndienern des Evangeliums

- dürfe» die größten Schwierigkeiten, soserne die alten Kirchenein- richtungen einige Aenderung erleiden solce, zu erwarten sepn, inson­derheit von solchen, welche in solchem ehrenhaften Müssiggang, denn so ist doch solch ein Leben, alt geworden, und so nicht mehr tüch-

- - tig sind, ihr Brod anderst zu gewinnen. Doch die Liebe wird auch 1 hier Rath zu schaffen wissen, wenn die Zeit kommt, da man diesen

Rath nöthig haben wird. O behandelt diese Männer mit aller möglichen Schonung und Gelindigkeit! Stürzet sie nicht in den tie­fen Abgrund der Verzweiflung hinunter, an dem sie sehen werden, daß sie stehen, wenn ihnen irgend auf eine Art die Augen aufgethan werden. Ee würden manche unter ihnen recht schätz- und nutzba­re Mitglieder der menschlichen Gesellschaft seyn, oder in kurzem werden. Nur für Prediger deö Evangeliums sind sie untüchtig.

Ihr brauchet Lehrer für eure niedere und höhere Schulen, ihr brauchet allerlei) Gerechtigkeirsverwalcer, und VcrwalcerSgehülfen in Schreiben und Führung der Geschäfte. Da stellet sie an mit aller Freundlichkeit und Bereitwilligkeit. Sie werden euch dafür danken, und freudig und willig dienen, so viele als etwas gutes in sich haben, und es in ihrem Herzen hassen sich genöthiget zu sehen um Brodöweqen in einem gewissen Maas den Heuchler, wenigst ei­ne Rolle zu spielen, die sich nicht für sie schicket. Diese Schwierig­keit beseitiget würde sich alleö übrige, was zum Wohl der Kirche und der Seelen zuträglich mag erfunden werden, wohl machen lassen, und so könnte die Sardische, oder einige in Sardis begrif­fene Kirche sanfr^ und wie unvermerklich in die seligere Philadel- phische Periode übergehen, ohne unter das schwere Zorngericht, daö über Babel verhängt ist, zu fallen. Weiter kan ich mich in die­sen weit umfassenden hochwichtigen Gegenstand nicht einlassen Vielleicht aber habe ich mich attbereit viel zu weit eingelassen, ich ein einzelner armer kurzsichtiger Mensch den Gemeinen meinen un­gebetenen Rath zu geben. So möchte ich es lieber nicht als einen Rath, sondern lediglich meine rohe Gedanken zu weiterer Ueberle- gung, so es der Mühe werrh geachtet werden möchte, vorlegen. Eigentlich wolte ich nur den Rath des Herrn an die Kirche zu Sar- Pf dis in Erinnerung bringen.

Ihr aber, theuere Männer und Brüder! die ihr euch als die- Hg für die Heerde stellet, und als die bestellten Wächter auf Si- RI vns Mauren auf und abgehet, erlaubet mir auch ein Wort brü­derlicher Erinnerung mit euch selbst ^u sprechen. Zürnet nicht, wenn sich der Unwürdigste von Sionsburgern erkühnet etwan ein oder anderes euch zu Gemüch zu führen, das etwan von euch attzuwe- nig psieget in Erwägung gezogen zu werden, indem ihr so sehr damit beschäftiget send andere zu bekehren, daß ihr euch selbst darüber vergesset. Das Ansehen der Person solre nach meinem Be­denken nie so viel gelten ben einem Christen, daß er aus Ehrfurcht wichtige Wahrheit zurück halten solte, wo er doch siehet, daß es nothwendig wäre sie an den Tag zu geben, wohl aber daß er sol­che mit aller christlichen Bescheidenheit, und ohne Verlegung de?

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