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Theuere Seele! fassest du Muth? getrauest du dir Gott zu folgen, und ihn wirklich mehr als Menschen zu fürchten, und erkühnest du dich gegen die Thieresanberung dich zu erklären, und denselben laut und öffentlich zu entsagen, und die Kirche bey der du bist, verfolget, verstosser dich deßwegen, so laß du dir dieß nur gefallen, und freue dich darüber, denn so hilft sie dir selbst aus Babel heraus zu kommen.
Was Rarhs aber für den wahren Christen, für jene selige Seele, der ihre Misserhat vergeben ist, die in voller Zuversicht mir dem Psalmisten sagen kann So weit als Ost von Westen entfernet ist, hat der Herr meine Sünden von mir hinweg getban; die Seele welche die Auferstehungskraft des Herrn in der Vergebung ihrer Sünden, in der Ausgießung des Friedens und der Freude des heil. Geistes bereits in ihrem Herzen erfahren hat, und die nun ohne Zaudern spricht: ich weiß daß mein Erlöser lebet. Was Rarhs für eine solche Seele? Der Ratb für solche Seele ist ebenfalls kein anderer als der obige. Will sie sich von Gott ratken lassen, so stehet sein Rathdeutlich an jener Stelle, Ki8,4. Gehet aus von ihr, mein Volk! auf daß ihr nicht theilhaftig werdet ihrer Sünden, auf daß ihr nicht empfahet etwas von ihren Plagen. So wie es ehedem geheissen, Ier. 51, 8. Fliehet aus Babel, damit ein jeglicher feine Seele rette, daß ihr nicht untergehet in ihrer Missethat; denn es ist die Zeit der Rache des Herrn der ein Vergelter ist, und will sie bezahlen, V. 2. Denn der Herr wird N)orfler gen Babel schicken, die sie worfeln sollen, und ihr Land ausfegen, die allenthalben um sie feyn werden am Tage ibres Unglücks. Leset dies ganze samt dem vorhergehenden Kapicel in Jeremias, wie auch das r^te in IsaiaS, wo ihr manches das sich auf das alre Babel wirklich, und auf daS neue christliche Babel bildlich beziehet, antreffen werdet. Wer Babel kennet, der darf mit ihr keine Gemeinschaft machen, und hat er in Unwissenheit sich mir ihr in Gemeinschaft eingelassen, so muß er doch von solcher Gemeinschaft losbrechen, so bald er sie in ihrem wahren Character kennet; und eben so muß Babel Hungers sterben, 18, 8. indem sie nickt mehr durch blinde llnterivürfigkeir gefüttert wird. Gott hat die Zeiten der Unwissenheit übersehen, nun aber gebeut er allen Menschen an allen Enden Busse ZU thun, Apostg. 17, ZO. Cr har einen Tag gesenr, auf welchen er den KreiS des Erdbodens richten wird mit Gerechtigkeit, und daS durch einen gewissen Mann, durch den ers beschlossen har zu thun, an den zu glauben er uns nun vorhält, nachdem er ihn von den Tod- ten auferwecker. Durch eben diesen Mann wird er auch Babel, und alle Kirchenfeinde, die mit ihr im Bunde stehen, richten. Die Zeit ist an der Hand.
Christus machet die Seinigen frey von der Sclaveren der Sünde, und das attfoderst. Er will sie aber auch frey wissen, und so machen von allem antichristischem Druck, von allem unrechtmäßigen Herrschen über Glauben und Gewissen, und der Christ darf sich auch da nicht widersetzen. Er muß sich frey machen lassen. Er darf

