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nicht freiwillig sich in diese Sclaverey begeben, und unter dieses Joch 'riechen/ das er doch nicht tragen kann/ so wie es auch sein« Vater nicht tragen konnten. Einige Kirche, welche sich anmasset, durch besondere kirchliche Glaubensartikel über die Gewissen zu herr­schen, und unsere Seligkeit von solchen Glaubensartikeln abhängig zu machen, da es der Herr nur von einer aufrichtigen HerzenSan-- nahme seiner selbst m dem Charakter des SobneS Gottes, des ver- heissenen WelrertöferS abhängig machet, ist mir Babel in Bund, ist ein Theil der grossen Stadt, ist Babe., und so wissentlich, und wil­lig ihre angemassete unchristliche Autoritär anerkennen, und sich sol­cher unterwerfen, heißt sich in Babel verweilen, und ist die Thie- reSanberung, gegen welche Gott so sehr eifert, als gegen irgend ein, auch das größte Verbrechen. Derowegen ist kein anderer Rath für den Christen, als daß er fest stehe in der Freyheit, womit ihn Chii- stuS frey gemacht hat. Nachdem er die Glaubenskrafr des ewigen Evangeliums an seiner Seele erfahren hat, so kehre er nicht wieder zu den kraftlosen Grundsätzen geistloser, fieischlichgesinnrer Verfassun­gen um, und setze kein Vertrauen auf die kirchliche Befchneidung durch Symboln und Glaubensbekenntnisse, oder er befindet sich im Fall der Thorrechren Galater, die im Geist angefangen, aber durch un- achte Apostel verführe, auf dem Sprung stunden, im Fleisch zu en­digen. Nur das wollte ich euch fragen, möchte ich ebenfalls zu der- ley Christen sagen. Das allein möchte ich von euch vernehmen: Habt ihr den Geist empfangen durch kirchliche Symboln, oder durch die Predigt vom Glauben? Ja durch die einzige grosse Evangeliums- Wahrheit in ihrer ganzen Einfachheit, Gal. 3, 2. Leset den ganzen Brief an die Galater. Er ist voll lehrreichen Inhalts für euch alle, die ihr euch nach einer kirchlichen Befchneidung umfeher. Der Apostek aber wird euch sagen, daß weder Befchneidung noch Vorhaut in Christo etwas gelte, sondern lediglich nur die neue Kreatur. Ja er wird euch noch viel mehr sagen. Er wird euch gar sagen: Alle, die ihr eure Seligkeit durch die Befchneidung erwartet, seyd von Christo gefallen. Ihr kennet Christum nicht, weil ihr euch nach- erwaS anderem umsehet, um selig zu werden. Die kirchliche Be­schneidung aber ist wo nicht viel geringer, wenigst gewiß nicht höher zu schätzen, als die Mosaische. Alles muß weichen, und seine Kraft­losigkeit bekennen, da Christus erscheinet, der allein Licht und Leben, und Alles in Allem ist. So lasset euch denn nicht abermal fangen und fesseln, da euch Christus frey machet: unterwerfet euch der Befchneidung nicht. Hauet euch nicht Eisternen aus, die kein Was­ser halren, da ihr geradezu Zutritt zu der Lebenöquelle habet.

So aber, wie ihr nüchtern geworden seyd, bleibet nüchtern. Sehet die religiösen Dispute nicht so hoch an, und betrachtet menschliche Meinungen niemal als sichere göttliche Wahrheiten. Liebet die Wahrheit; ehret die Wahrheit; und nichts so sehr als die Wahrheit. Ja eifert für die Wahrheit, aber mit einem wahr» Haft göttlichen Eifer, nicht aber mir Unverstand, und so daß ihr. euere Mäßigung allenthalben kund werden lasset, Philipp. 4, §> 2 Tim. 2, 24. Gal. 4, 18.