17. 28. und ib. 2k, 18 . und 24, LZ. und i Tim. 5, 17. ly. Näm­lich weder Bischöfe noch Diakonen rharen je etwas von einiger Wich­tigkeit ohne den Rath und Zuziehung der Aeltesten^ so daß diese in der That so grossen Einfluß in Führung der Geschäfte hatten, als Bischöfe und Diakonen selbsten, und dienten einigermaßen wie zum Gegengewicht dieser zweyen Aemter, um so ein schickliches Eben­maas und Gleichgewicht in kirchlicher Verwaltung zu bewerkstelligen.

Wie es gekommen, daß die Kirche diesen ihren Aeltesten nicht nur ein solches vorzügliches Ehrenansehen, sondern wirkliche Amts­gewalt, und ihrem Einfluß ein überwiegendes Gewicht in den Ge­schäften der Kirche eingeflanden und eingeraumt, ist so schwer nicht einzusehen. Alle altere gesittete Nationen erzeigten zu allen Zeiten eine besondere Hochachtung für das Alter, insonderheit und eigent­lich, wenn die grauen Haare unter einem steten Tugendwandel und unverdächtiger Rechtschaffenheit heran gekommen waren. Dies war allgemeine Sitte bey allen älteren Nationen. 'Dies war auch die Sitte Israels, und zwar eine Sitre, die noch von den Zeiten der Patriarchen herstammece, und bis auf Christi Zeiten hin immer hei­lig beybehalcen wurde, vor einem grauen Haupt folt du auf- stehen, uud die Alten ehren: denn du folt dich fürchten vor deinem Gott, denn ich bin der Herr, 4 Mos. iy, 32. war ein ausdrücklicher Befehl des Herrn selbsten. Wir finden durch die ganze Israelirische Geschichte hindurch häufige sBeyspiele von Isra­els getreuer Anhänglichkeit an dieser^ Sitte. Der Israelit wußte nicht anderst, als daß dem Alter vorzügliche Ehre gebühre, und das Wort der Alten, insonderheit wo Weisheit und Tugend so sichtbar als die grauen Haare waren, hochgeachtet werden müßte. Der Is­raelit würde wohl geglaubt haben sich selbsten zu entehren, wenn er nicht so dem Alter seine Ehre zugestanden hätte. Nun aber was einmal so allgemeine Volkessitte ist, das treibet man fort, und tra­get es in alle Einrichtungen ein, selbst ohne weiter daran zu denken, ohne eigentliche Berathschlagung, oder Ueberlegung.

Nun die Apostel, welche die Stifter der ersten Kirchen waren, waren alle Israeliten. Sie zeigen überall starke Spuren, wie tief Israelitische Sitten, ja selbst Israelitische Vorurtheile bey ihnen ein­gewurzelt waren. Beynahe überall, wo daS Evangelium anfleng Wurzel zu fassen, und neue christliche Kirchen errichtet wurden, war der erste Stamm und Stock meist von dem alten Israel nach dem Fleisch gesammelt. Selbst in den Ländern der Heiden, in Grie­chenland und Italien ward das Evangelium selbst von dem Heiden­apostel, zuerst in der Synagoge geprediget, und die ersten die e§ annahmen, waren immer Juden, öder doch gewiß meistens Juden; und zu diesen Juden geselleten sich meist die Heiden erst wie hinten nach. Somit wäre es wohl ein Wunder gewesen, wenn diese Män­ner nicht die tiefgewurzelte altisraelitische Sitce mit in dieses neue Israel nach dem Geist übergetragen hatten. ES war hiezu wohl kein, ausdrücklicher Befehl des Herrn nöthig. ES war genug, daß der Herr nicht daS Gegentheil befohlen hatte. Die Heiden selbsten, die sich etwan zum Christenthum bekehrten, so weit davon entfernet,