.ire i

If.

ii

25

Du weißt es nicht? antwortete er sie heftig an sich pressend, Du weißt es nicht, Mirabella? Zittert ein Mädchen, wie Dll zitterst, wenn der Arm eines Bruders sie an sich drückt; wird eines Mädchens Wange, wie die Deinige purpurn gefärbt, wenn die brüderliche Lippe ihre Stirn berührt; schlägt eine Schwester die Augen zu Boden, wenn das Auge eines Bruders in die ihrigen blickt? Nein, Mirabella, Du bist nicht meine Schwester, Du kannst nicht meine Schwester sein. Ich liebe Dich mit einer andern Liebe und auch Du, Mirabella, Seele meiner Seele, Leben meines Lebens! und auch Du liebst mich anders, als eine Schwester einen Bruder lieben kann.

Und er preßte sie von Neuem mit stürmischer Gluth an seine Brust und drückte einen Kuß auf ihre Lippen, einen langen, heißen, wilden, leidenschaftli­chen Kuß, einen Kuß, den sie, unwiderstehlich fortgc- risscn Von der magnetischen Zauberkraft der ersten Liebe, der Tochter ihres glühenden Heimathlandes, zurückgab.

Aufathmend und wieder zum Bewußtsein gelan­gend, das in der Seligkeit dieses Kusses untergegangen war, entwand sie sich jungfräulich zusammenschauernd seiner stürmischen Umarmung. '

Ach Giulio! flüsterte sie nach einem minutenlan­gen Schweigen, die kleine Hand auf ihr Herz pressend,

V*i

fei