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verkümmert. Aus einer Vereinigung selbstständiger und naturgemäß freier Bürger verwandelt sich so die Gemeinde in eine Schaar dürftiger und darum abhängiger Häusler und Tagelöhner, welche für sich selbst ein bedrücktes und freudearmes Dasein fortschleppen und für die Gesellschaft eine Null sind. Wo es daher das historische Recht gestattet, da liegt es im wahren Interesse jeder Gemeinde, an arrondirtem Pflanzland so viel herzugeben, daß durch dessen Ertrag so viel möglich die unentbehrlichsten Nahrungsmittel für den Verbrauch einer arbeitsamen Familie erzielt werden können. Eine solche theilweise den Umständen angemessene Parcellierung unserer großen Allmenden dürfte nicht nur manchen tüchtigen Arm vor volkswirtkschaftücher Brache sichern, sondern es ist Erfahrungssache, daß sie so, dem Fleiße des Arbeiters überlassen, eine ungleich größere Menge Menschen mit Ueberfluß zu versorgen im Stande sind. Der schon von Hesiodus, dem ältesten Schriftsteller über Ackerbau, aufgestellte Grundsatz: „die Hälfte sei mehr als das Ganze," welcher in seiner unmathematischen Form doch immer als wahr sich erwies, würde auch hier sich dadurch erwähnen, daß die noch restirenden unvertheilten Allmendstücke bei theilweiser zweckmässig eingerichteter Stallfütterung'und der mit guten Futterkräutern vorgenommenen Anpflanzung nebst der so zu gewinnenden wichtigen Düngerproduktion noch so viel milchreiches Futter lieferten als die vorhin ungepflegten doppelt so großen Flächen.
Als ein ferneres aller Beachtung werthes und sehr wichtiges Beförderungsmittel unserer Bodenkultur betrachten wir endlich den Obstbau und das Forstwesen. Von großer ökonomischer Wichtigkeit kattn für uns die Obstbaumzucht werden, deren Kultivirung durch das Klima, die Lage, die Bodenbeschaffenheit und deren Be- wirthschaftungsweise in unserm Kanton so vorzüglich begünstigt wird. Das Obst ist eine köstliche Gabe der Natur, ein Manna, das ohne unser Zuthun als völlig genießbare, sehr gesunde und nahrhafte Speise uns vom Himmel fällt. Früher nur als Leckerbissen bekannt, auf den Tafeln der Könige und Fürsten nur spärlich gereicht; als Erquickung von Kranken, meist ohne Hoffnung, ersehnt; den Kindern nur einmal jährlich als Christgeschenk gespendet; fängt es nach und nach an, ein allgemeines Nahrungsmittel zu werden. Immer mehr wird sein großer Werth erkannt, und die hohe Wichtigkeit desselben für den Landmann richtig ermessen und aufgefaßt. Wohl nicht mit Unrecht; denn das Obst gewährt unter den verschiedenen Gestalten, unter denen es aufbewahrt und genoffen werden kann, zu allen Zeiten des Jahres ein herrliches Nahrungsmittel und trägt zur Ersparung des Brodes nicht wenig bei. Möge daher der Obstbau nach Verdienen in unserm Lande gepflegt und so eine recht reiche Erwerbsquelle werden!
Eine noch ergiebigere Quelle unseres Nationalreichthums könnte uns aber eine gehörige Forstwirthschaftspflege sein, wodurch dem Kanton die großen Vortheile seiner ausgedehnten Wälder in möglichst reichlichem Masse mit den mög-

