28

frische Triebe bekommen können, die bis zum Herbste reif und holzig werden müssen, weil sie sonst im Win­ter erfrieren und das Leben des Baumes gefährden würden.

Das Abstreifen des Laubes soll an jedem Zweige mehr von unten hinauf geschehen, damit die Knospen dabei nicht mit abgcstreift werden. Wenn Blätter hie und da stehen blei­ben, müssen selbe abgepflückt werden.

Das Ablauben darf man nie in der Nässe geschehen las­sen, oder so früh, daß noch der Thau liegt, weil das nasse Laub den Seidenraupen höchst schädlich ist.

Die beim Ablauben beschädigten Zweige müssen sogleich abgeschnitten werden. Die Blätterernte soll man an den jun­gen Bäumen anfangen, hat man aber Bäume von gleichem Alter, so fange man da an zu pflücken, wo man im vorherge­henden Jahre aufgehört hat.

Da das unreine, bestaubte oder berauchte Laub den Rau­pen schädlich ist und Krankheiten unter ihnen erzeugt, so darf das Laub von Bäumen, die an staubigen Landstraßen stehen, den Raupen nicht gereicht werden, und nur im Nothfalle kann ein solches Laub durch Abwaschen und sorgfältiges Trocknen als Futter für die Seidenraupen dienen.

Das nasse, vom Hagel getroffene, gelbe, vom Mehlthau (Blattläusen) befleckte Laub ist ebenfalls sehr schädlich und darf den Raupen nie gereicht werden.

Wenn durch anhaltenden Regen nur nasses Laub zu bekommen ist, muß es vorsichtig auf Sackleinwand hin-und hergeschüttelt und getrocknet, dann auf trockenen Böden oder in Scheunen ausgebreitet und mit hölzernen Gabeln gut umge­legt werden, bis es keine Nässe mehr enthält.

Sollten Blattläuse darauf bemerkt werden, so müßte das Laub früher möglichst gut gewaschen, sodann auf grober reiner