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fühlt. Ehe diese Erwärmung eingetreten ist, trinke man kein Wasser. Man suche diese Erwärmung niemals durch Sitzen am geheizten Ofen hervorzubringen, weil dteß durchaus ungesund und verweichlichend ist. Die beste Erwärmung ist diejenige, die der eigene Organismus hervorbringt. Ferners haben vielfältige Erfahrungen eS längst außer Zweifel gefetzt, daß das kalte Bad am gesündesten ist, wenn eS bei erhitzter dampfender Haut genommen wird, nur muß der Schweiß nicht durch Be­wegung, sondern in Ruhe durch warmes Zudecken auS- gebrochen feyn.

Bei dem Eintritt inS kalte Bad wird das Flüssige zu­nächst unter der Oberfläche der Haut vom Wasser mit­tels seiner Zersetzungskraft aus dem Körper abgeschieden. Bei der darauf erfolgenden Erwärmung kehrt das Blut mit doppelter Stärke' an die Oberfläche zurück und bringt aus dem Innern manche unreine Stoffe mit. Während dieser Gegenwirkung dampft und arbeitet die Haut theilS um diese unreinen Stoffe auszuscheiden, theilS um Wie­dergewinnung deS gewaltsam gestörten Normal- (regel­mäßigen) Zustandes. Bei jeder Wiederholung des Ba­des werden vom Wasser neue unreine Stoffe auSgefo- ßen und aus dem Innern zur Haut getrieben. Dieses nnmerwährende Oeffnen der Poren und Befreien vom Schmutz gehört unter die Hauptwirkungen des Wassers. DaS Wasser heilt den Organismus von keiner Krank­heit aber eS zwingt ihn, sich selbst zu heilen.

Die Gesunden bedürfen deS kalten Badens und Wa- schenS zur Erhaltung ihrer Reinlichkeit und zur Verhü­tung der von dem vernachläßigten Verhalten zu besor­genden Ungemächlichkeiten. Nach dem Aufstehen, man mag schwitzen oder nicht, füllt man ein Becken mit recht frischem Wasser, wäscht erst daS Gesicht und das ganze Haupt mit den flachen Händen, fährt dann mit einem ge­tränkten Schwamme über Arm, Brust, Rücken, Bauch, ja überden ganzen entblösten Körper in die auf die Sette gewendeten Ohren drücke man den Schwamm, daß das Wasser in die offenen Augen und Ohren ströme und be-