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Am kräftigsten wirkt das Wasser äußerlich in kalten Bädern, deren Wirkung auf unfern Körper im Allgemeinen nicht kann beschrieben werden; deren specieller Nutzen aber darin besteht, daß sie noch mehr als die Waschungen die Thätigkeit der Haut und somit die Ausdünstung derselben befördern, ljhre Empfindlichkeit ver- , mindern, durch die Frische die Nerven stärken und in alle körperlichen Funktionen ein Gleichgewicht bringen.^
Hieraus läßt sich der Schluß ziehen, daß das kalte Baden erwärmet, weil dadurch die Schweißlöcher auf eine Zeitlang zugeschlossen und die warmen Ausdünstungen und Lebensgeister zurückgehalten werden. Warme Bäder hingegen kühlen ab, indem sie die Schweißlöcher zu sehr eröffnen und die warmen Lebensgeister zu . sehr verfliegen lassen. Daraus erhellet, wie ungereimt es sei, daß sich die meisten Menschen deßwegen vor dem kaltem Baden fürchten, weil sie meinen, daß sie sich dadurch erkälten, da eS doch augenscheinlich ist, daß kalte Bäder mehr erwärmen, als die warmen, die uns nur verzärteln, daß wir am Ende nicht daS geringste Lüftchen mehr ertragen können.
c.
Die Sitzbäder.
8. 70.
Die Sitzbäder werden in eigens hiezu gefertigten Schaff (Schaffele) genommen, welche unten mit 3—4 Zoll erhöhten Füßen, versehen sind und geräumig sein müssen, um das darinsttzen zu erleichtern. Zwei Drittel der obern Rundung bilden eine Lehne, welche auö den verlängerten Dauben des Schaffes bestehen.
DaS Verfahren beim Sitzbad ist folgendes: man läßt das Sitzbad so wett mit Wasser füllen, daß, nachdem ! man sich hineingesetzt hat, daS Wasser bis zwei Zoll unter dem Nabel reicht und man sich den Unterleib mit
t änden reiben kann, ohne daß daS Wasser durch diese ewegung zum Ueberfließen und Benässen deS Zimmers,

